Europas Militärausgaben steigen – doch die Schlagkraft bleibt schwach

Ljiljana Hein
Ljiljana Hein
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Ein detailliertes strategisches Kriegslandkarte von Europa mit schwarzem Rand, das verschiedene Länder und Regionen während des Kriegs zeigt.Ljiljana Hein

Europas Militärausgaben steigen – doch die Schlagkraft bleibt schwach

Europas Verteidigungsausgaben werden 2025 voraussichtlich 550 Milliarden US-Dollar erreichen – fast 60 Prozent des US-Niveaus. Doch trotz der hohen Kosten hinkt die militärische Schlagkraft des Kontinents weit hinterher. Experten nennen Zersplitterung und Ineffizienz als Hauptgründe für den Rückstand gegenüber den USA und China.

Eine aktuelle Analyse zeigt eklatante Unterschiede bei der militärischen Standardisierung. Während die USA nur ein Hauptkampfpanzer-System, den M1 Abrams, einsetzen, unterhält Europa 14 verschiedene Modelle. Die Diskrepanz erstreckt sich auch auf U-Boote: Europa verfügt über 16 Klassen, die USA über lediglich vier. Bei Torpedos sind es in Europa 24 Typen gegenüber drei in den USA. Diese mangelnde Koordination schwächt die Effizienz und treibt die Kosten in die Höhe.

Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, plädiert für einen einheitlichen europäischen Verteidigungsmarkt. Er ist überzeugt, dass Skaleneffekte Verschwendung reduzieren und die Produktion steigern könnten. Seine Forderung deckt sich mit einer grundsätzlichen Sorge: Europa gibt 150 Milliarden US-Dollar mehr für Verteidigung aus als China, erreicht aber bei der operationellen Stärke deutlich weniger.

In Deutschland laufen Modernisierungsbemühungen. Das neue Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding, Bayern, soll Streitkräfte mit Unternehmen, Start-ups und Forschern vernetzen. Generalleutnant Gert Nultsch betonte die Rolle des Zentrums für die Förderung der Zusammenarbeit. Vizeadmiral Thomas Daum wies unterdessen auf die wachsende Bedeutung datengetriebener Kriegsführung hin und forderte die Industrie auf, Automatisierung und hochmoderne Drohnen voranzutreiben.

Nordrhein-Westfalen will die Führung in Deutschlands Rüstungssektor übernehmen. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur kündigte 2,5 Millionen Euro für die Förderung eines Verteidigungs-Technologieclusters bis 2029 an. Gleichzeitig rief sie die Bundesminister Boris Pistorius und Katharina Reiche zu einer stärkeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf. Dennoch bleibt der Fortschritt zäh: Die Produktion des Luftabwehrsystems Iris TLM wurde zwar verdoppelt, doch statt der geplanten drei Feuerleiteinheiten wurden nur sechs ausgeliefert.

Europas Rüstungsindustrie steht vor klaren Herausforderungen. Zersplitterung und veraltete Prozesse begrenzen die Wirksamkeit, obwohl die Ausgaben steigen. Ohne tiefgreifendere Zusammenarbeit und Standardisierung wird sich die Lücke zu den USA und China voraussichtlich nicht bald schließen.

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