Dürens Wasserstoffbus-Projekt droht am Kostenchaos zu scheitern
Dürens Wasserstoffbus-Projekt droht am Kostenchaos zu scheitern
Dürens ehrgeiziges Wasserstoffbus-Programm steht vor finanziellen Herausforderungen, da die Kosten die ursprünglichen Erwartungen bei Weitem übersteigen. Der Kreis hat massiv in eine 10-Megawatt-Elektrolyseanlage investiert, doch die geringe Nachfrage durch die kleine Busflotte droht das Projekt zu einer wirtschaftlichen Belastung werden zu lassen. Kritiker argumentieren unterdessen, dass batteriebetriebene E-Busse eine kostengünstigere und nachhaltigere Alternative für den öffentlichen Nahverkehr darstellen könnten.
Die 35-Millionen-Euro-Elektrolyseanlage im Brainergy Park in Jülich, die zu einem Teil mit 14,7 Millionen Euro an Bundeszuschüssen finanziert wurde, sollte bis zu 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde erzeugen – das entspricht etwa 1.577 Tonnen jährlich. Doch mit nur 20 Wasserstoffbussen im Einsatz nutzt die Anlage derzeit weniger als 10 Prozent ihrer Kapazität und verbraucht lediglich rund 72 Tonnen pro Jahr. Diese Unterauslastung treibt die Kosten in die Höhe: Der Gesamtpreis für Wasserstoff – inklusive Strom, Wartung und Kapitalkosten – liegt zwischen 105 und 140 Euro pro Kilogramm.
Um die Gewinnschwelle zu erreichen, müsste das Programm hundert weitere Busse anziehen oder langfristige Industriekunden gewinnen. Ohne eine dieser Optionen schlagen die jährlichen Kapitalkosten der Anlage in Höhe von nahezu fünf Millionen Euro mit 69 Euro pro Kilogramm produzierten Wasserstoffs zu Buche. Die fehlenden festen Abnehmer jenseits der bestehenden Flotte wirft Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projekts auf.
Auch ökologische Vergleiche stellen den Nutzen von Wasserstoff infrage. Während Dieselbusse jährlich etwa 79,5 Tonnen CO₂ ausstoßen, verursachen batteriebetriebene E-Busse rund 34,2 Tonnen. Wasserstoffbusse liegen dazwischen und emittieren – je nach Strommix und Leckagen – zwischen 43,9 und 86 Tonnen pro Jahr. Der Bundesrechnungshof hat inzwischen eine Neubewertung der deutschen Wasserstoffstrategie gefordert und auf effizientere Alternativen verwiesen, die von großen Verkehrsbetrieben bereits eingesetzt werden.
Ein Rückbau kommt nun kaum noch infrage. Dürens hohe Vorabinvestitionen lassen wenig Spielraum, und ohne einen deutlichen Nachfrageanstieg könnte die Anlage das Schicksal der unterausgelasteten Wasserstoffinfrastruktur in Aberdeen teilen.
Die Zukunft von Dürens Wasserstoffprogramm hängt davon ab, deutlich mehr Nachfrage zu generieren oder dauerhafte Subventionen zu sichern. Gelingt beides nicht, dürfte sich die 35-Millionen-Euro-Anlage nur schwer refinanzieren. Bis dahin bleiben batteriebetriebene E-Busse in der Region die am weitesten verbreitete Lösung unter den Verkehrsbetrieben.
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