Wuppertaler Polizei leidet unter maroden Gebäuden – wer stoppt den Verfall?
Marit CichoriusWuppertaler Polizei leidet unter maroden Gebäuden – wer stoppt den Verfall?
Polizeistandort in Wuppertal verkommt – Beamte arbeiten in maroden Gebäuden mit Wasserschäden, Schimmel und Schädlingen
Trotz wiederholter Warnungen bleibt die Situation am großen Polizeistandort in Wuppertal ungelöst: Die Beamten müssen in Gebäuden mit massiven Wasserschäden, Schimmelbefall und Schädlingsplagen arbeiten. Betroffen sind wichtige Einheiten wie die Taucherstaffel und die Diensthundeführer, deren Arbeitsbedingungen sich zunehmend verschlechtern. Nun blockiert ein Finanzstreit dringend notwendige Maßnahmen, während die vom Innenminister zugesagten Mittel zu spät kommen, um Abhilfe zu schaffen.
Erst im März 2025 war das Ausmaß der Missstände am Polizeistandort an der Müngstener Straße öffentlich geworden. Damals wurden schwere bauliche Mängel dokumentiert – doch seither hat sich kaum etwas geändert. Hier sind essenzielle Einheiten untergebracht, darunter die Taucherstaffel, die Diensthundeführer, die Spezialeinsatzkräfte und die Waffenverwaltung – alle arbeiten unter unsicheren Bedingungen.
Die jährliche Miete für das Objekt beläuft sich derzeit auf rund vier Millionen Euro, doch eine vollständige Sanierung würde etwa 30 Millionen Euro kosten. Der Wuppertaler Polizepräsident lehnt diese massive Kostensteigerung als unangemessen ab. Provisorische Reparaturen haben bisher kaum Besserung gebracht, sodass die Beamten weiter mit dem fortschreitenden Verfall leben müssen.
Hinter den Kulissen verschärfen Finanzstreitigkeiten die Krise. Zwar hat der Innenminister kürzlich zusätzliche 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur bewilligt – doch diese Mittel fließen erst ab 2030. Um die Lücke zu überbrücken, hat der Finanzminister nun 450 Millionen Euro an Krediten freigegeben, was der Bund der Steuerzahler als „verdeckte Schulden“ kritisiert. Die Verwirrung wurde noch größer, als der Wuppertaler Polizepräsident Mitte Mai von den Verhandlungen ausgeschlossen wurde – die lokale Führung hat seitdem keine Stimme mehr.
Der Innenminister besteht darauf, den Standort zu erhalten, weigert sich jedoch, die aus seiner Sicht überhöhten Sanierungskosten zu tragen. Ohne eine sofortige Lösung arbeiten die Beamten weiter in Gebäuden, die buchstäblich auseinanderfallen.
Fürs Erste steckt die Wuppertaler Polizei in unsicheren, verfallenen Räumlichkeiten fest. Die versprochenen 1,1 Milliarden Euro werden erst in Jahren verfügbar sein, und die kreditfinanzierten Notlösungen sorgen für Streit. Ohne schnelles Handeln wird sich der Verfall des Standorts – und die Gefährdung der Beamten – weiter verschlimmern.






