06 May 2026, 08:37

Revolutionärer Filter gegen Mikroplastik aus Waschmaschinen – inspiriert von Fischen

Nahaufnahme einer braunen und schwarzen Seeohrschnecke auf einem Plastikbehälter mit Wassertropfen.

Revolutionärer Filter gegen Mikroplastik aus Waschmaschinen – inspiriert von Fischen

Forscher der Universität Bonn haben einen neuartigen Filter entwickelt, der die Mikroplastikbelastung durch Waschmaschinen bekämpfen soll. Das Design orientiert sich am natürlichen Filtersystem von Fischen wie Makrele und Sardine. Erste Tests zeigen, dass der Filter mehr als 99 Prozent der Kunststofffasern aus dem Abwasser entfernt.

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Inspiriert ist der Filter vom Kiemenreusensystem von Fischen, die sich durch das Herausfiltern winziger Partikel ernähren. Durch die Nachbildung der trichterförmigen Struktur und des netzartigen Aufbaus entwickelte das Team ein System, das Verstopfungen vermeidet und gleichzeitig eine hohe Effizienz beibehält. Bei Versuchen fing der Filter über 99 Prozent der Mikroplastikteilchen aus dem Waschmaschinenabwasser erfolgreich ab.

Aktuell gelangen Mikroplastikpartikel aus Haushaltswaschmaschinen in Kläranlagen und landen schließlich im Klärschlamm, der oft als Dünger wiederverwendet wird. Eine Waschmaschine in einem Vier-Personen-Haushalt kann jährlich bis zu 500 Gramm dieser Partikel freisetzen. Der neue Filter sammelt die herausgefilterten Mikroplastikteilchen in einem Auffangbehälter, von wo aus sie mehrmals pro Minute abgesaugt werden können.

Die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) haben die Technologie inzwischen patentieren lassen. Die Forscher hoffen, dass Hersteller den Filter in zukünftige Waschmaschinenmodelle integrieren und weiter optimieren.

Der patentierte Filter bietet eine praktische Lösung, um die Mikroplastikbelastung durch Haushaltswäsche zu verringern. Würde er in neuen Maschinen verbaut, könnten jährlich Hunderte Gramm Plastik davon abgehalten werden, in Gewässer zu gelangen. Der nächste Schritt hängt nun davon ab, ob die Hersteller die Technologie für eine breitere Anwendung übernehmen.

Quelle