13 June 2026, 12:14

Wolfram Weimers umstrittene Gedichtsammlung "Kopfpilz" löst Debatte aus

"Pilzdeckel" für alle

Wolfram Weimers umstrittene Gedichtsammlung "Kopfpilz" löst Debatte aus

Eine jahrzehntealte Gedichtsammlung des deutschen Kulturministers Wolfram Weimer ist wieder aufgetaucht und hat eine öffentliche Debatte ausgelöst. Das Buch mit dem Titel „Kopfpilz“ enthält umstrittene Themen und wurde kürzlich von der Aktivistin Martha Root der Deutschen Nationalbibliothek gespendet.

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Weimer veröffentlichte „Kopfpilz“ 1986 im Alter von 22 Jahren im Selbstverlag. Die Sammlung umfasst derbe und geschmacklose Gedichte, von denen einige sexualisierte Gewalt gegen Frauen thematisieren. Das Werk geriet erneut in den Fokus, nachdem der Satiriker Jan Böhmermann es im November 2022 in der Sendung „ZDF Magazin Royal“ vorstellte. Nach der Ausstrahlung ließ Weimers Anwalt dem ZDF ein Schreiben zukommen, in dem es hieß, der Minister schäme sich für das Buch.

Martha Root beschaffte sich später ein Exemplar, digitalisierte es und stellte es auf Archive.org kostenlos zur Verfügung. Zudem übergab sie ein physisches Exemplar an die Deutsche Nationalbibliothek. Im Dezember 2022 sorgte Root für weitere Aufmerksamkeit, als sie auf dem Chaos Communication Congress die rechtsextreme Dating-Plattform „White Date“ infiltrierte.

Weimers Ministerium argumentiert, dass physische Mediensammlungen im digitalen Zeitalter an Relevanz verloren hätten, und nutzt diese Begründung, um den Stopp von Bibliothekserweiterungen zu rechtfertigen. Root plant nun, ein physisches Exemplar von „Kopfpilz“ zu versteigern – der gesamte Erlös soll der Initiative „Lesen Hilft“ zugutekommen. Sie kritisiert, dass Weimers Weigerung, sich mit seinem frühen Werk auseinanderzusetzen, bedenklich sei, insbesondere angesichts seines Einflusses auf Kulturpolitik und Förderentscheidungen.

Die Wiederentdeckung von „Kopfpilz“ setzt Weimer unter Druck, sich mit seiner literarischen Vergangenheit zu befassen. Durch die umstrittenen Inhalte des Buches und Roots Engagement bleibt das Thema in der öffentlichen Diskussion präsent. Die Versteigerung und der kostenlose digitale Zugang sorgen dafür, dass die Sammlung weiter verbreitet wird.

Quelle