17 June 2026, 17:25

Wie Migrant:innen 1973 im Ford-Werk Köln für ihre Rechte kämpften

"Der Streik hat mir als junger Mensch Stärke verliehen"

Wie Migrant:innen 1973 im Ford-Werk Köln für ihre Rechte kämpften

Ein neues Buch beleuchtet die Geschichte der Arbeitskämpfe von Migrant:innen in Deutschland während der 1970er-Jahre. Im Mittelpunkt steht ein entscheidender Moment im Ford-Werk Köln, wo ein Arbeitskonflikt in Gewalt umschlug. Die Veröffentlichung untersucht zudem die weiteren Kämpfe für faire Behandlung und Würde am Arbeitsplatz.

Am 30. August 1973 traten Migrant:innen im Kölner Ford-Werk in den Streik. Sie forderten eine zusätzliche Deutsche Mark pro Stunde sowie bessere Arbeitsbedingungen. Polizei und Werksschutz gingen mit Härte gegen die Protestierenden vor und schlugen den Streik brutal nieder.

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Einige deutsche Beschäftigte beteiligten sich an den Schikanen und Angriffen gegen die streikenden Migrant:innen. Der Ford-Streik entwickelte sich zu einem Symbol für die Selbstermächtigung von Migrant:innen und prägte eine ganze Generation. Noch im selben Jahr kam es zu ähnlichen, erfolgreichen Arbeitsniederlegungen bei Pierburg in Neuss und Hella in Lippstadt.

Das Buch mit dem Titel „Der Streik hat mir als jungem Menschen Kraft gegeben. Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus“ wurde von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis herausgegeben. Es dokumentiert die Debatten um diese Ereignisse und enthält Gespräche zwischen dem ehemaligen IG-Metall-Funktionär Witich Rossmann und Nihat Öztürk. Die Veröffentlichung verbindet die historischen Kämpfe mit aktuellen Themen, etwa den Auseinandersetzungen von Fahrradkurieren um faire Arbeitsbedingungen.

Das Buch unterstreicht die Bedeutung der Streiks von 1973 für die Entwicklung der Arbeitsrechte von Migrant:innen. Es hält die Forderungen nach Würde und gerechter Bezahlung fest, die diese Proteste prägten. Die Veröffentlichung bewahrt die Stimmen und Erfahrungen jener, die sich gegen Ausbeutung und Rassismus am Arbeitsplatz zur Wehr setzten.

Quelle