Vonovia fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – trotz Rekordgewinn
Albin ReisingVonovia-Chef fordert Reform der Mietpreisbremse - Vonovia fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – trotz Rekordgewinn
Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia fordert grundlegende Reform der Mietpreisbremse
Der Chef des größten deutschen Wohnungsunternehmens Vonovia, Rolf Buch, hat eine umfassende Überarbeitung der Mietpreisbremse gefordert. Die aktuellen Regelungen schützten einkommensschwache Mieter nicht ausreichend und verschärften die Wohnungsnot, argumentierte der Vorstandsvorsitzende. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen deutlichen finanziellen Aufschwung: Im ersten Dreivierteljahr 2023 stieg der Gewinn auf 3,4 Milliarden Euro.
Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse sollte in Ballungsräumen den rasanten Anstieg der Mieten bremsen, indem Neuvermietungen maximal zehn Prozent über dem örtlichen Durchschnitt liegen dürfen. Doch Buch kritisierte, die Regelung erfülle ihren Zweck nicht mehr. Stattdessen triebe sie die Mieten in nicht regulierten Bereichen in die Höhe und hemme den Neubau dringend benötigten Wohnraums.
Bei Vonovia selbst stiegen die Mieten in den ersten neun Monaten des Jahres um 4,3 Prozent auf durchschnittlich 8,28 Euro pro Quadratmeter. Bundesweit lag der Mietpreis im September bei 8,11 Euro pro Quadratmeter. Buch schlug vor, die Mietobergrenzen so umzugestalten, dass sozial schwache Haushalte geschützt werden, während für andere Mieter fairere Konditionen gelten.
Das Unternehmen verzeichnete eine markante Erholung: Nach einem Verlust von 592 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verbuchte Vonovia nun einen Gewinn von 3,4 Milliarden Euro. Buch betonte, eine Reform der Mietpreisbremse könnte Investitionen in den Wohnungsbau freisetzen und so den Druck auf dem Markt verringern.
Vonovias Forderung nach einer Reform kommt zu einer Zeit, in der die Mieten weiter steigen und in vielen Städten Wohnungsmangel herrscht. Der finanzielle Aufschwung des Konzerns steht dabei im Kontrast zu seinen Warnungen vor den Folgen der aktuellen Politik. Jede Änderung der Mietpreisbremse müsste jedoch von der Regierung beschlossen werden – und hätte Auswirkungen auf Millionen von Mietern.






