30 April 2026, 14:33

Streit um Abschied der Berliner-Zeitung-Chefreporterin eskaliert öffentlich

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" auf schwarzem Hintergrund.

Streit um Abschied der Berliner-Zeitung-Chefreporterin eskaliert öffentlich

Anja Reich-Osang, die langjährige Chefreporterin der Berliner Zeitung, hat die Redaktion nach drei Jahrzehnten verlassen. Ihr Abschied löste Kritik von Franz Sommerfeld aus, der die politische Ausrichtung der Zeitung infrage stellte. Daraufhin reagierte Verleger Holger Friedrich mit einem scharf formulierten persönlichen Artikel.

Friedrich stellte Reich-Osangs Ausscheiden als eine routinemäßige Personalentscheidung dar. Er verteidigte sein Vorgehen in der Angelegenheit und weigerte sich, seine veröffentlichten Aussagen zu revidieren. In seiner Stellungnahme warf er dem Medienportal kress vor, einseitig zu berichten und seiner Frau fälschlicherweise Aussagen zugeschrieben zu haben.

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Friedrich räumte dabei nicht ein, dass die ursprüngliche Kritik von Sommerfeld und nicht von der Berliner Zeitung selbst stammte. Zudem warnte er davor, dass die Wiederholung von Sommerfelds Ansichten disziplinarische Konsequenzen für Mitarbeiter nach sich ziehen könnte. Beobachter wiesen später darauf hin, dass Friedrichs mangelnde Bereitschaft zu Rückmeldungen und Selbstreflexion in der Branche auffällig sei.

Sommerfeld hatte zunächst die redaktionelle Neuausrichtung der Zeitung nach Reich-Osangs Abgang kritisiert. Seine Äußerungen provozierten Friedrichs öffentliche Erwiderung, in der dieser seine ursprüngliche Position ohne Zugeständnisse bekräftigte.

Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die innerredaktionellen Spannungen der Berliner Zeitung über ihren kurs. Friedrichs Weigerung, seinen Artikel zu korrigieren oder Sommerfelds Bedenken anzuerkennen, lässt die Angelegenheit ungeklärt. Mit Reich-Osangs 30-jähriger Tätigkeit bei der Zeitung endet nun eine Ära.

Quelle