10 April 2026, 12:24

Solinger Klinikum kämpft mit Millionenverlusten durch neues Spargesetz und steigende Kosten

Schwarz-weißes Architekturzeichnung des Rosenhof-Krankenhauses in Hamburg, Deutschland, zeigt detaillierten Grundriss mit beschrifteten Räumen, Fluren und ausführlicher Verdrahtung.

Solinger Klinikum kämpft mit Millionenverlusten durch neues Spargesetz und steigende Kosten

Städtisches Klinikum Solingen steht vor schweren finanziellen Belastungen – Spargesetz verschärft Haushaltskrise

Das Städtische Klinikum Solingen sieht sich massivem finanziellen Druck ausgesetzt, da ein neues Spargesetz die ohnehin angespannte Haushaltslage weiter verschärfen könnte. Laut Angaben der Verantwortlichen könnten steigende Kosten bei gleichzeitig sinkenden Zuwendungen bis zum Ende des Jahrzehnts zu Verlusten in Millionenhöhe führen.

Allein für das kommende Jahr rechnet das Krankenhaus mit einem Fehlbetrag von rund zwei Millionen Euro – sofern das geplante Gesetz in Kraft tritt. Dem Entwurf zufolge soll die Erhöhung des Landesbasisfallwerts, einer zentralen Finanzierungskennziffer, von 5,17 auf nur noch 2,98 Prozent sinken. Bis 2030 könnten sich die kumulierten Verluste auf etwa 14 Millionen Euro summieren.

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Eine einmalige Zahlung in Höhe von 5,5 Millionen Euro, die im November fließen soll, könnte vorerst Entlastung bringen. Das Geld stammt aus einem Aufschlag von 3,25 Prozent auf die Rechnungen von Patientinnen und Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung. Dennoch betonen die Verantwortlichen, dass die chronische Unterfinanzierung – angetrieben durch höhere Personalkosten und Betriebskosten – ein zentrales Problem bleibt.

Um die Ausgaben zu drücken, hat das Klinikum bereits rund 30 Stellen nicht nachbesetzt und ein internes Sparprogramm gestartet. Entlassungen sind zwar nicht geplant, doch Einsparungen sollen unter anderem durch günstigere Medikamentenbeschaffung und den vermehrten Einsatz von Generika erzielt werden. Zudem werden strukturelle Änderungen vorgenommen, um langfristig jährlich Millionen einzusparen.

Trotz der angespannten Finanzlage soll die Patientenversorgung nicht beeinträchtigt werden. Gleichzeitig treibt das Krankenhaus ein Modernisierungsprogramm im Umfang von 170 Millionen Euro voran, wovon 90 Millionen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.

Die weitere finanzielle Entwicklung hängt davon ab, ob es gelingt, Kostensenkungen und notwendige Investitionen in Einklang zu bringen. Zwar bieten die Einmalzahlung und die Effizienzmaßnahmen vorläufige Unterstützung, doch warnen die Verantwortlichen, dass die gekürzten Finanzierungssätze die Haushalte weiterhin stark belasten werden. Ohne weitere Anpassungen könnten sich die Verluste in den nächsten sechs Jahren deutlich ausweiten.

Quelle