Solingen rüstet sich gegen wachsende Bedrohungen für kritische Infrastruktur
Ljiljana HeinSolingen rüstet sich gegen wachsende Bedrohungen für kritische Infrastruktur
Solingen ergreift Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit angesichts wachsender Bedrohungen für zivile Infrastruktur
Bei einer kürzlichen Veranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) diskutierten Experten, wie die zivil-militärische Zusammenarbeit die Krisenbewältigung verbessern kann. Im Mittelpunkt standen laufende Bemühungen zum Schutz essenzieller Dienstleistungen wie Wasser-, Strom- und Gasversorgung.
Die unter dem Titel "Innere Sicherheit in Zeiten erhöhter Bedrohungen – Wie gestaltet sich die zivil-militärische Zusammenarbeit?" abgehaltende Konferenz brachte zentrale Akteure der regionalen Sicherheit zusammen. Markus Röhrl, Polizepräsident des Bergischen Städtedreiecks, skizzierte die bestehenden Strukturen der Strafverfolgungsbehörden und Krisenmanagementpläne. Generalmajor Andreas Henne, Kommandeur der Heimatsschutzdivision der Bundeswehr, warnte vor möglichen gezielten Angriffen auf die Infrastruktur bis 2028. Er forderte eine stärkere Resilienz in der Gesellschaft – mental, organisatorisch und militärisch.
Jan Welzel, Leiter der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Solingen, bestätigte, dass die Stadt Fortschritte beim Schutz ihrer kritischen Systeme macht. Seit 2018 hat sich die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, lokalen Behörden, Polizei, Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW) durch regelmäßige gemeinsame Übungen intensiviert. Manöver wie TEX und GETEX testen die Reaktion auf Krisen wie Sabotage oder Terrorbedrohungen.
Ein Beispiel ist die GETEX-Übung 2026 in Dachau, bei der 150 bayerische Polizisten, 25 Feldjäger aus München und 25 Feuerwehrleute einen Sabotageangriff simulierten. Ähnliche Anti-Terror-Trainings fanden am Nürnberger Hauptbahnhof statt, mit Fokus auf Evakuierungen und medizinische Notfallversorgung. Bayerns Sicherheitskonzept sieht mittlerweile eine kontinuierliche zivil-militärische Kooperation vor.
Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, betonte die Notwendigkeit, Freiheit, Frieden und Demokratie zu verteidigen. Sie schloss mit dem Appell, dass die Gesellschaft robustere Abwehrmechanismen aufbauen müsse, um die Sicherheit zu wahren. Die Teilnehmer verließen die Veranstaltung mit dem Eindruck, dass Solingen auf dem Weg zu einer widerstandsfähigeren Stadtgemeinschaft ist.
Die Diskussionen unterstrichen die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Militär, Rettungskräften und Kommunalverwaltung. Solingens Schutzmaßnahmen in Kombination mit bundesweiten Übungen zielen darauf ab, Risiken für die Infrastruktur zu verringern. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass diese Anstrengungen die langfristige Sicherheit der Stadt gewährleisten werden.






