18 June 2026, 12:22

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied keine Pest-Botschaft birgt

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinder-Märchen 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied keine Pest-Botschaft birgt

Das Kinderlied „Ringel, Ringel, Reihe“ wird oft von Kindern im Kreis drehend gesungen. Es gibt zahlreiche Varianten des Liedes, jede mit leicht abgewandelten Texten. Seine Herkunft und Bedeutung werden seit langem diskutiert.

Wahrscheinlich entstand der Reim im 18. Jahrhundert in Deutschland als ein Sing- und Bewegungsspiel für Kinder. Erstmals schriftlich dokumentiert wurde er jedoch 1881 in England – was es unwahrscheinlich macht, dass er sich auf den Schwarzen Tod oder die Große Pest von 1665 bezieht.

Eine beliebte, aber unbelegte Theorie verbindet das Lied mit der Großen Pest. Diese Idee tauchte erst 1961 auf, mehr als 80 Jahre nach der ersten Veröffentlichung. Historiker stufen sie mittlerweile als modernen Mythos ein. Eine andere Version, „Asche, Asche!“ wird gelegentlich mit Feuerbestattungen in Verbindung gebracht – doch diese waren in England seit dem Ende der römischen Herrschaft bis in die 1880er-Jahre verboten.

Wie viele traditionelle Lieder besteht der Reim aus einfachen, sich wiederholenden Versen. Ähnlich wie bei den scheinbar sinnfreien Texten der Beatles – die Fans später zu deuten versuchten – ist die naheliegendste Erklärung, dass es sich von Anfang an um ein harmloses Kinderspiel ohne verborgene Botschaft handelte.

Trotz verschiedener Theorien gibt es keine stichhaltigen Beweise, die das Lied mit historischen Katastrophen verknüpfen. Fachleute sind sich einig: Es diente höchstwahrscheinlich einfach der Unterhaltung von Kindern. Bis heute ist es auf Spielplätzen weltweit präsent.

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