Pleitewelle im Rhein-Lahn-Kreis: Glasfaser-Firma lässt Arbeiter ohne Lohn zurück
Marit CichoriusPleitewelle im Rhein-Lahn-Kreis: Glasfaser-Firma lässt Arbeiter ohne Lohn zurück
Phoenix Engineering, ein Auftragnehmer für den Ausbau von Glasfaserkabeln im Rhein-Lahn-Kreis, ist insolvent gegangen. Am Kölner Amtsgericht wurden offiziell Insolvenzverfahren eröffnet, nachdem das Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten aufgrund gestiegener Zinsen und verschärfter Kreditbedingungen geltend gemacht hatte.
Die Mitarbeiter stehen nun vor existenziellen Problemen: Ausstehende Löhne und wachsende private Schulden treiben viele an den Rand der Obdachlosigkeit.
Das Unternehmen fungierte als Generalunternehmer für das Projekt „Our Green Fiber“, das den Ausbau der Hochgeschwindigkeits-Internetinfrastruktur in über 20 Gemeinden vorantreiben sollte. Trotz seiner zentralen Rolle im Projekt konnte Phoenix Engineering seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Belegschaft nicht erfüllen. Arbeiter berichten, seit Wochen keine Löhne erhalten zu haben – obwohl ihre Verträge einen Bruttostundenlohn von 14 Euro vorsehen.
Die Lage spitzte sich weiter zu, als das Unternehmen die Mietzahlungen für Mitarbeiterunterkünfte einstellte, was zu Räumungsklagen führte. Viele Beschäftigte, oft unvertraut mit der deutschen Bürokratie, haben Schwierigkeiten, Unterstützung zu beantragen. Aus Angst vor langfristigen Konsequenzen lehnen sie es ab, Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen.
Mittlerweile hat ein Insolvenzverwalter die Auszahlung ausstehender Löhne über Insolvenzgeld sichergestellt. Die Mitarbeiter werfen dem Unternehmen jedoch vor, sie über die finanzielle Schieflage im Dunkeln gelassen zu haben, bis die Krise eskalierte. Ortsverbände der Linken in Koblenz unterstützen die Betroffenen nun bei rechtlichen und behördlichen Fragen.
Der Zusammenbruch hat Dutzende Mitarbeiter ohne Einkommen zurückgelassen, während die Zukunft des gesamten Projekts ungewiss ist: Andere Auftragnehmer müssen nun die Lücke schließen, die Phoenix hinterlassen hat.
Die Insolvenz offenbart schwerwiegende Finanzmisswirtschaft – Arbeiter bleiben ohne Lohn und stehen vor Wohnungsverlust. Mit laufenden Gerichtsverfahren rückt nun die Rückforderung ausstehender Gehälter sowie die Fortführung des Glasfaserausbaus in den Fokus. Der Fall zeigt zudem, wie wirtschaftliche Belastungen kleine und mittlere Auftragnehmer in Deutschlands Infrastruktursektor unter Druck setzen.






