Pfändungsschutzkonten: Warum Betroffene oft monatelang ohne Geld dastehen
Andrew GudePfändungsschutzkonten: Warum Betroffene oft monatelang ohne Geld dastehen
Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) kritisiert Mängel bei Pfändungsschutzkonten (P-Konten)
Während der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) auf gravierende Probleme bei den deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) hingewiesen. Die Initiative soll auf anhaltende Schwierigkeiten wie Kontosperrungen und verzögerte Schutzmaßnahmen für Betroffene aufmerksam machen.
Monatlich sind in Deutschland zwischen 300.000 und 350.000 Girokonten von Pfändungsbeschlüssen betroffen. Sobald eine Pfändung vorliegt, frieren Banken umgehend alle Gelder auf dem Konto ein. Betroffene müssen dann beantragen, ihr Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen, um Zugang zu existenzsichernden Mittel zu erhalten.
Schuldnerberater der Caritas Kempen-Viersen berichten von häufigen Verzögerungen bei dieser Umstellung. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin in Viersen, sieht vor allem rechtliche Unklarheiten als zentrales Hindernis. Sie fordert klare Standards für Banken, besser geschultes Personal sowie konsequente Sanktionen bei Verstößen gegen die Verfahren. Ohne schnelles Handeln bleiben Konten gesperrt – Betroffene können so grundlegende Ausgaben wie Miete oder Lebensmittel nicht begleichen.
Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz von der Caritas Viersen am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine Telefonsprechstunde an. Das lokale Team unterhält Beratungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal, um Menschen in Schuldennot zu unterstützen.
Stahn-Florian appelliert an die Politik, dringend für strengere Durchsetzung der Pfändungsschutzregeln zu sorgen. Die Kampagne der AG SBV unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Banken gesetzliche Freibeträge unverzüglich anwenden. Ohne Reformen werden Verzögerungen weiterhin tausende Kontoinhaber in finanzielle Not stürzen.
