Milliardenstreit um Leverkusener Rheinbrücke: Wer zahlt für die Baupleite?
Marit CichoriusMilliardenstreit um Leverkusener Rheinbrücke: Wer zahlt für die Baupleite?
Ein milliardenschwerer Rechtsstreit entbrennt um das Projekt der Leverkusener Rheinbrücke in Deutschland. In den Konflikt verwickelt sind die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und der ehemalige Auftragnehmer Porr – die möglichen Kosten könnten sich auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Der Fall wird derzeit vor dem Landgericht Köln verhandelt.
Im Mittelpunkt des Streits steht die gekündigte Bauvergabe für die Rheinbrücke. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verteidigte die Entscheidung des Landes, den Vertrag mit Porr vor sechs Jahren zu beenden. Als Gründe nannte er systemische Mängel und schwerwiegende Fehler in den Stahlkomponenten.
Wüst, der im Auftrag der Bundesregierung handelt, betonte, die Kündigung basiere auf Gutachten und solle den Fertigstellungstermin der Brücke beschleunigen. Die Bundesregierung verklagt Porr nun auf über 350 Millionen Euro Schadensersatz. Porr hat daraufhin eine Gegenklage eingereicht und fordert mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und nicht abgegoltene Arbeiten.
Das neue Projekt der Leverkusener Rheinbrücke umfasst zwei parallele Brücken. Die erste ist bereits in Betrieb, während die zweite noch gebaut wird. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, und die Montage der Pylone soll im September 2026 beginnen. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für Mitte 2028 geplant.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) erklärte, er erwarte keine Auswirkungen des Rechtsstreits auf das Land. Die Angelegenheit betreffe vor allem den Bund. Der Prozess könnte insgesamt finanzielle Folgen von bis zu einer Milliarde Euro haben – inklusive Zinsen und Zeszinsen. Der Bau der zweiten Brücke schreitet wie vorgesehen voran. Das Urteil wird klären, wer die finanziellen Lasten zu tragen hat.
