20 March 2026, 22:20

Kölner Betrugsprozess: 3,6 Millionen Euro durch gefälschte Wundbehandlungen abkassiert

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Kölner Betrugsprozess: 3,6 Millionen Euro durch gefälschte Wundbehandlungen abkassiert

In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil von gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von rund 3 Millionen Euro vor Gericht verantworten. Den beiden wird vorgeworfen, zwischen 2020 und 2022 ein System mit unnötigen Medizinprodukten betrieben zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, gemeinsam gefälschte Rechnungen für eine nicht nachgewiesene Wundbehandlung eingereicht zu haben.

Im Mittelpunkt des Betrugs stand das SymbioInfekt TheraKit, ein teures Wundauflagen-Set, das pro Packung etwa 3.400 Euro kostete. Das Unternehmen der Krankenschwester soll sich demnach gefälschte Rezepte für das Produkt besorgt haben, das keine Zulassung der deutschen Gesundheitsbehörden besaß. Die gesetzlichen Krankenkassen stuften es als experimentell ein und verweigerten die Kostenübernahme, da es keine offiziellen Empfehlungen von Gremien wie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) oder dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) gab.

Das Unternehmen der Krankenschwester rechnete die Behandlungen dennoch bei den Kassen ab, während der Apotheker angeblich den Großhandelspreis abzüglich eines Rabatts von 10 Prozent einbehielt. Innerhalb von zweieinhalb Jahren entstanden so unrechtmäßige Erstattungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden mit gemeinsamer krimineller Absicht handelten und in mindestens 30 Fällen gewerbsmäßigen Betrug begingen.

In seiner Aussage behauptete der Apotheker, von den Machenschaften nichts gewusst zu haben. Er habe sich auf Zusicherungen verlassen, dass die Kosten kontrolliert und die Abrechnungen begrenzt seien. Bei einer Verurteilung müsste er jedoch die vollen 3,6 Millionen Euro zurückzahlen – rund 900.000 Euro wurden bereits beglichen, der Rest soll in monatlichen Raten von 10.000 Euro getilgt werden.

Die Rückforderung weiterer Gelder könnte sich als schwierig erweisen, da der Geschäftspartner der Krankenschwester Insolvenz angemeldet hat.

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Der Prozess geht weiter, während die Staatsanwaltschaft die Verstrickung des Duos in den Millionenbetrug nachweisen will. Sollte der Apotheker schuldig gesprochen werden, drohen ihm hohe finanzielle Strafen – doch ein Großteil des verlorenen Geldes dürfte für immer verschwunden sein. Der Fall zeigt, wie nicht zugelassene medizinische Behandlungen für finanzielle Bereicherung ausgenutzt werden können.

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