Kleiner Verein aus Bergkamen gewinnt Zukunftspreis für Gewaltprävention im Fußball
Andrew GudeKleiner Verein aus Bergkamen gewinnt Zukunftspreis für Gewaltprävention im Fußball
Rünthe 08, ein kleiner Fußballverein aus Bergkamen, gewinnt den Zukunftspreis 2025 für seine Arbeit gegen Gewalt im Amateurfußball
Der Verein erhielt 5.000 Euro für sein Projekt "Trainer-Eltern-Kind", das die Zusammenarbeit zwischen Familien, Trainern und jungen Spielern fördert. Seit dem Start der Initiative im Jahr 2018 gab es im und um den Verein keine Vorfälle von Aggression mehr.
Das "Trainer-Eltern-Kind"-Konzept wurde in Rünthe eingeführt, um die zunehmenden Spannungen im Jugendfußball zu bekämpfen. Eltern nehmen seitdem an verpflichtenden Abendveranstaltungen teil, in denen sie lernen, Trainer und Schiedsrichter konstruktiv zu unterstützen. Auch Kinder zwischen drei und zehn Jahren nehmen an Workshops teil, die Fairness, Respekt und die eigenen Vereinsregeln vermitteln.
Rünthe 08 ging sogar noch einen Schritt weiter und komponierte eine Vereinshymne über Respekt und Fairplay, die vor jedem Heimspiel gespielt wird. Der Erfolg des Projekts hat bereits andere Vereine inspiriert: Der VfL Bochum startete 2020 "Familienfußball", der SC Paderborn führte 2021 Eltern-Trainer-Workshops ein, und der TSV 1860 München begann 2022 mit der Initiative "Fair-Play-Familie". Laut Auswertungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gingen in Vereinen, die solche Programme übernahmen, die Meldungen über aggressive Eltern um bis zu 40 Prozent zurück.
Der Zukunftspreis, vergeben von der Stiftung "Fußball schafft Zukunft", ehrte in diesem Jahr zwei weitere Vereine: Wellensiek aus Bielefeld und Bornheim 1945 Grün-Weiss aus Nordrhein-Westfalen wurden für ihre gemeinwohlorientierten Projekte ausgezeichnet.
Das "Trainer-Eltern-Kind"-Programm hat in Rünthe 08 Eltern, Spieler und Trainer enger zusammengeschweißt. Da seit dem Start keine Gewalt mehr gemeldet wurde, breitet sich das Modell nun in ganz Deutschland aus. Auch andere Vereine, die ähnliche Konzepte übernehmen, verzeichnen weniger Konflikte – ein Beweis dafür, wie strukturierte Zusammenarbeit den Amateurfußball nachhaltig verbessern kann.






