Gerresheimer-Aktie bricht auf historisches Zehnjahrestief ein – was steckt dahinter?
Albin ReisingGerresheimer-Aktie bricht auf historisches Zehnjahrestief ein – was steckt dahinter?
Gerresheimer-Aktie stürzt auf Zehnjahrestief
Am Donnerstag brach der Kurs des Pharmaverpackers Gerresheimer um mehr als 13 Prozent ein und schloss bei 32,36 Euro – der niedrigste Stand seit über einem Jahrzehnt. Das Unternehmen sieht sich wachsenden Herausforderungen gegenüber, von Gewinnwarnungen bis hin zu behördlicher Prüfung.
Der jüngste Kursrutsch folgt der dritten Gewinnwarnung in diesem Jahr. Anleger reagierten mit scharfen Verkäufen: Seit Januar hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes verloren, im vergangenen Jahr belief sich der Verlust auf über 50 Prozent der Marktkapitalisierung.
Zwar stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten auf 1,68 Milliarden Euro, doch dieses Wachstum resultierte vor allem aus Übernahmen und nicht aus eigener Kraft. Die Nachfrage in den Kernbereichen Pharmazie und Kosmetik schwächte sich ab, was zu einem organischen Rückgang führte.
Bereits zweimal hatte Gerresheimer im Laufe des Jahres seine Jahresziele nach unten korrigiert. Das laufende Umstrukturierungsprogramm steckt noch in den Kinderschuhen und bietet dem Markt kaum Beruhigung. Zudem ermittelt nun die deutsche Finanzaufsicht BaFin gegen das Unternehmen. Zusammen mit gescheiterten Übernahmeversuchen belastet dies das Vertrauen der Investoren zusätzlich.
Ohne klare Anzeichen einer Erholung bleiben die Aussichten für die nahe Zukunft düster. Die Aktie notiert auf dem Niveau von 2012. Um die Lage zu stabilisieren, muss Gerresheimer sowohl die operativen Probleme als auch die regulatorischen Vorbehalte ausräumen.






