10 May 2026, 08:19

Marderhunde im Heidekreis: Invasive Tiere bedrohen heimische Arten und Anwohner

Schwarzes und weißes Foto eines Waschbären auf dem Cover einer zoologischen Gesellschaftszeitschrift mit Text.

Marderhunde im Heidekreis: Invasive Tiere bedrohen heimische Arten und Anwohner

Im Landkreis Heidekreis nimmt das Problem mit den Marderhunden immer größere Ausmaße an. Die invasiven Tiere, ursprünglich aus Nordamerika stammend, haben sich so stark verbreitet, dass lokale Maßnahmen ihre Population nicht mehr eindämmen können. Experten warnen nun vor schweren Folgen für heimische Wildtiere und Anwohner gleichermaßen.

Die Zahl der Marderhunde ist in den letzten Jahren stark angestiegen – allein in Munster wurden seit Beginn der Jagdzeit am 1. April über 70 Tiere erlegt. Im Vorjahr gab es in derselben Region noch keine Meldungen. Ihre Anpassungsfähigkeit hat es ihnen ermöglicht, sich in ganz Deutschland auszubreiten, doch inzwischen verursachen sie Schäden und Konflikte.

Die Tiere plündern Nester von Vögeln und Eichhörnchen und verdrängen so einheimische Arten. Zudem dringen sie in Häuser ein, nisten sich auf Dachböden, in Kaminen oder Gartenhäuschen ein – was bereits zu Nachbarschaftsstreitigkeiten geführt hat. Viele Anwohner verschärfen das Problem unbewusst, indem sie Wildtiere, darunter auch Marderhunde, füttern und so deren Ausbreitung fördern.

Die lokalen Behörden handeln nun. Thomas Brammer, der Kreisjagdmeister, hat Richtlinien für die Bejagung von Dachsen und Mardern in ruhigeren Gebieten eingeführt. Der Landkreis stellt zudem Jagdvereinen finanzielle Mittel für Fallen und Lebendfangkäfige zur Verfügung. Peter Westermann, Vorsitzender der örtlichen Jägergruppe, ist überzeugt, dass das Problem viel früher öffentlich hätte thematisiert werden müssen.

Angesichts des rasanten Anstiegs der Marderhund-Population setzt der Heidekreis nun auf koordinierte Jagdmaßnahmen und Aufklärung der Bevölkerung. Finanzielle Unterstützung für Fallen und strengere Vorgaben sollen die weitere Ausbreitung bremsen. Der Fall zeigt, wie wichtig frühzeitiges Handeln ist, wenn sich invasive Arten einmal etabliert haben.

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