Geheime Castor-Route durch Drohnen-Flugverbot versehentlich veröffentlicht
Andrew GudeGeheime Castor-Route durch Drohnen-Flugverbot versehentlich veröffentlicht
Ein versehentlich veröffentlichtes Drohnen-Flugverbot entlang einer Route für den Transport von Atomabfällen hat sensible Details eines geheimen Transportplans in Nordrhein-Westfalen offenbart. Wie die Informationen an die Öffentlichkeit gelangten, ist bisher von den Behörden nicht erklärt worden.
Die gesperrte Flugzone war von Mittwochabend bis Donnerstag auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums einsehbar. Sie zeigte ein Flugverbot entlang von Autobahnen zwischen Jülich und Ahaus – genau jenem Korridor, auf dem der nächste Castor-Transport stattfinden soll. Solche Transporte, bei denen Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager gebracht werden, unterliegen normalerweise strenger Geheimhaltung, um Terrorgefahren oder Proteste zu verhindern.
Auf eine Anfrage des Senders WDR zu dem Vorfall reagierte das Verkehrsministerium bisher nicht. Die Ursache für das Datenleck ist weiterhin unklar. Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den Transport weiter: Rund 4.500 Polizeibeamte sollen die Strecke absichern. Zudem wurden Strahlenschutzmaßnahmen für die eingesetzten Kräfte erarbeitet, doch konkrete Sicherheitsdetails bleiben unter Verschluss.
Nach Entdeckung des Fehlers wurde die betroffene Route von der Plattform entfernt. Der Vorfall wirft Fragen zum Umgang mit sensiblen Transportdaten auf. Nordrhein-Westfalen übernimmt zwar die Kosten für den Polizeieinsatz, doch weitere Einzelheiten zu den Schutzprotokollen werden nicht preisgegeben.






