30 March 2026, 10:25

Europas Luftfahrt setzt auf nachhaltige Flugkraftstoffe – und übertrifft eigene Ziele

Weißer fetter Text auf einem grünen Hintergrund, der "netto-null-Emissionen bis 2050" liest.

Europas Luftfahrt setzt auf nachhaltige Flugkraftstoffe – und übertrifft eigene Ziele

Europas Vorstoß für umweltfreundlichere Luftfahrt: Nachhaltige Flugkraftstoffe im Aufwind

Der europäische Kurs hin zu einer grüneren Luftfahrt hat zu einem deutlichen Anstieg der Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe geführt. 2024 erreichte der Anteil umweltfreundlicher Treibstoffe bereits 2 % – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu nur 0,6 % im Vorjahr. Der Zuwachs fällt mit der bevorstehenden Verschärfung der EU-Vorgaben zusammen, die Flughäfen verpflichten, ihren Kraftstoffmix stärker mit nachhaltigen Alternativen anzureichern.

Die neuen Regeln sind Teil der ReFuelEU-Luftfahrtverordnung und sehen vor, dass bis 2025 mindestens 2 % des Flugbenzins an regionalen Flughäfen aus nachhaltigen Quellen stammen müssen. Bis 2030 steigt diese Quote auf 6 %, wobei in den Folgejahren zusätzliche Vorgaben für synthetische Kraftstoffe (eSAF) hinzukommen. Ursprünglich hatte die Europäische Union in der ReFuelEU-Verordnung festgelegt, dass ab 2025 mindestens 2 % des Flugtreibstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen müssen. Bis 2030 erhöht sich dieser Wert auf 6 %, während der Anteil synthetischer nachhaltiger Flugkraftstoffe (eSAF) dann bei 1,2 % liegen muss – mit einer weiteren Steigerung auf 5 % bis 2035.

Ein hochrangiger EU-Vertreter bestätigte kürzlich, dass Europa die 2 %-Marke vermutlich bereits 2024 überschritten habe – ein Jahr früher als geplant. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), unterstützte diese Einschätzung und betonte, der Kontinent werde die Vorgabe erfüllen oder sogar übertreffen. Gleichzeitig unterstrich er, dass die eSAF-Pflicht unverändert bleibe – in Übereinstimmung mit früheren Aussagen des EU-Verkehrskommissars.

Trotz der Fortschritte bleiben Herausforderungen. Die Airline-Vereinigung Airlines for Europe (A4E) fordert die Regulierungsbehörden auf, die eSAF-Anforderungen zu senken, und verweist auf begrenzte Verfügbarkeit sowie hohe Produktionskosten. Die Europäische Kommission lehnt eine Lockerung der Vorgaben jedoch ab. Stattdessen räumen Beamte ein, dass die Erschwinglichkeit und Zugänglichkeit nachhaltiger Kraftstoffe verbessert werden müsse.

Die Dringlichkeit der Umstellung hat weiter zugenommen, da geopolitische Spannungen – etwa der Konflikt im Iran – die Ölpreise in die Höhe getrieben und traditionelle Kraftstofflieferketten gestört haben. Ein EU-Vertreter verteidigte die Vorgaben mit dem Argument, sie hätten sich bisher als wirksam erwiesen und müssten erhalten bleiben, um die langfristige Nachhaltigkeit zu sichern.

Offizielle Zahlen dazu, wie viele europäische Flughäfen die 2 %-Vorgabe bereits vor dem Stichtag 2025 erfüllt haben, liegen bisher nicht vor. Die Verordnung setzt zwar die Mindestquote für das kommende Jahr fest, doch Daten zur vorzeitigen Einhaltung fehlen noch.

Die EU bleibt mit ihren Zielen für nachhaltige Flugkraftstoffe auf Kurs – die Nutzung übertrifft bereits die frühen Erwartungen. Während Airlines und Aufsichtsbehörden weiterhin über Kosten und Versorgung diskutieren, gelten die Vorgaben als unverhandelbar. Der Wandel hin zu einer grüneren Luftfahrt gewinnt nun an Fahrt, getrieben von Regulierung und dem Druck auf den globalen Kraftstoffmarkt.

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