Bergisch Gladbach steht vor der Pleite – kann der AfD-Plan die Stadt noch retten?
Albin ReisingBergisch Gladbach steht vor der Pleite – kann der AfD-Plan die Stadt noch retten?
Bergisch Gladbach steuert auf eine verschärfte Finanzkrise zu, während der Stadtrat über den Haushalt 2026 berät. Bei einem erwarteten Defizit von fast 50 Millionen Euro warnen Verantwortliche, dass die Stadt bereits 2027 in die Insolvenz rutschen könnte. Die Lage hat scharfe Kritik und Forderungen nach dringenden Reformen aus der lokalen Wirtschaft und von politischen Gruppen ausgelöst.
In einer kürzlichen Haushaltsrede präsentierte Florian Fornoff von der AfD einen Zehn-Punkte-Plan, um die Finanzen zu stabilisieren – ohne Steuererhöhungen. Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Bürger auf höhere Abgaben einstellen müssen und die Industrie unter regulatorischem Druck weiter zusammenbricht.
Die finanziellen Probleme der Stadt haben sich im vergangenen Jahr zugespitzt. Bereits im Februar 2026 erklärte Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, die Deindustrialisierung schreite unaufhaltsam voran. Ein schwerer Schlag war die Schließung der Zanders-Papierfabrik, ein traditionsreiches Unternehmen mit 200-jähriger Geschichte, das an einer Forderung über 7 Millionen Euro für CO₂-Zertifikate scheiterte. Damit gingen 380 Arbeitsplätze verloren.
Ein weiterer Rückschlag folgte, als das lokale Isover-Werk aufgrund des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) dichtmachte – 160 weitere Jobs fielen weg. Bereits zu Beginn des Jahres 2025 planten 38 Prozent der Industriebetriebe im Kreis Entlassungen. Die hohen kommunalen Hebesätze, die über dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen liegen, verschärfen die Belastung zusätzlich.
Der Haushalt 2026 steht zudem in der Kritik, unnötige Ausgaben beizubehalten. Trotz hoher Investitionen konnte das kommunale Klimaschutzbudget die jüngsten Überschwemmungen nicht verhindern. Die AfD schlägt stattdessen vor, Mittel für Klimaschutzmanagement, kommunale Wärmeplanung und Stadtmarketing zu kürzen. Gleichzeitig sollen Personalverwaltung, Buchhaltung und Geoinformationssysteme effizienter gestaltet sowie Kinderbetreuung und Straßeninstandhaltung ausgebaut werden.
Finanzbeamte räumen ein, dass ohne radikale Änderungen Bergisch Gladbach über 2027 hinaus nicht mehr zahlungsfähig sein könnte. Die Debatte dreht sich nun um die Frage, ob Steuererhöhungen oder Ausgabenreformen der bessere Weg sind.
Der Haushalt 2026 stellt die Stadt vor eine Zerreißprobe. Mit einem drohendem 50-Millionen-Defizit und einer zusammenbrechenden Industrie muss Bergisch Gladbach entweder die Ausgaben drastisch kürzen oder die Steuern erhöhen. Der AfD-Plan zeigt eine mögliche Lösung auf, doch sein Erfolg hängt von einer schnellen Umsetzung und einer allgemeinen wirtschaftlichen Erholung ab.
Bürger und Unternehmen warten nun auf Entscheidungen, die über die finanzielle Zukunft der Stadt – und ihre Fähigkeit, die Insolvenz abzuwenden – entscheiden werden.






