07 June 2026, 08:23

50.000 Menschen demonstrieren beim CSD Lissabon gegen Rückschritte bei LGBTQI+-Rechten

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 Menschen demonstrieren beim CSD Lissabon gegen Rückschritte bei LGBTQI+-Rechten

Lissabons 27. CSD zog am Samstag rund 50.000 Teilnehmer an

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Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ versammelten sich am Wochenende Aktivist:innen, Politiker:innen und 17 Interessenverbände beim Christopher Street Day (CSD) in der portugiesischen Hauptstadt. Die Veranstalter warnten, dass jüngste politische Entwicklungen lang erkämpfte Rechte der queeren Community bedrohen.

Der Demonstrationszug startete um 17 Uhr am Marquês-de-Pombal-Platz und vereinte LGBTI+-Organisationen, feministische Gruppen und antirassistische Initiativen. Gemeinsam protestierten sie gegen die zunehmende Feindseligkeit in der Gesellschaft. Besonders besorgniserregend ist die mögliche Abschaffung des Gesetzes 38/2018, das die geschlechtliche Selbstbestimmung schützt – ein zentrales Anliegen der Teilnehmenden.

Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) äußerte ihre Enttäuschung darüber, in einer „Zeit des Rückschritts“ demonstrieren zu müssen. Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, rief dazu auf, weiterhin an Pride-Veranstaltungen teilzunehmen, und verwies auf eine zunehmend radikalisierte Rechte, die LGBT-Personen gezielt angreife. Helder Bértolo, einer der Organisatoren, prognostizierte für 2026 noch größere Teilnehmerzahlen – bedingt durch die wachsenden Bedrohungen gegen die Community.

Unterdessen bestätigte das CSD-Organisationskomitee, dass Lissabon im Juni 2026 nicht das Arraial-Pride-Festival ausrichten wird. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der landesweit ein Rückbau von LGBTQI+-Rechten befürchtet wird.

Die CSD-Demonstrationen 2024 und 2025 verzeichneten jeweils 50.000 Unterstützer:innen – ein Zeichen anhaltender Solidarität. Doch der Fokus liegt nun auf dem Erhalt bestehender rechtlicher Schutzmechanismen. Mit noch größerer Mobilisierung im nächsten Jahr bleibt der Kampf um die Bewahrung von Rechten das zentrale Thema künftiger Pride-Veranstaltungen.

Quelle