Zoll entdeckt manipulierte Lkw-Tanks: Wie Spediteure Steuern umgehen wollen
Marit CichoriusZoll entdeckt manipulierte Lkw-Tanks: Wie Spediteure Steuern umgehen wollen
Zollbeamte in Aachen haben Kühl-Lkw mit nicht normgerechten Kraftstofftanks entdeckt. Die umgerüsteten Behälter ermöglichen es Spediteuren, zusätzliches Diesel mitzuführen und so die günstigeren Spritpreise in ihren Heimatländern auszunutzen. Beim Grenzübertritt löst diese Praxis jedoch Steuerpflichten aus.
Bei Kontrollen stellte sich heraus, dass einige türkische Fernfahrer ihre Originaltanks durch größere Modelle ersetzen. Während Standardtanks bei der Einreise in andere Länder zollfrei bleiben, gilt diese Regelung für die nachgerüsteten Behälter nicht. Dadurch fallen auf den zusätzlichen Kraftstoff sowohl Energiesteuern als auch Einfuhrumsatzsteuer an.
Bei bundesweiten Überprüfungen im vergangenen Jahr wurden sechsstellige Beträge an hinterzogener Energiesteuer nacherhoben. Um solche Steuerhinterziehungen einzudämmen, erheben die Zollbehörden nun auf die Nachforderungen einen Zuschlag. In der Türkei zahlen Fahrer zwischen 56 und 70 Cent pro Liter – deutlich weniger als in vielen Nachbarländern.
Die manipulierten Tanks erlauben es den Spediteuren, durch das Tanken im günstigeren Ausland Kosten zu sparen. Doch mit der Entdeckung drohen ihnen nun Steuernachforderungen und Strafen. Die Behörden überwachen den grenzüberschreitenden Verkehr weiterhin, um weitere Missbräuche des Systems zu verhindern.
