22 March 2026, 08:22

Willicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze vor der Haustür – und fordern Bürgermeister heraus

Plakat mit der Aufschrift 'Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?' mit begleitenden Bildern.'

Willicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze vor der Haustür – und fordern Bürgermeister heraus

Eltern in Willich starten Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" für lokale Kinderbetreuungslösungen

Die Initiative ist eine Reaktion darauf, dass zwei geplante Kita-Neubauten wegen Haushaltskürzungen und sinkender Nachfrage gestrichen wurden. Die Organisatoren fordern nun direkte Gespräche mit Bürgermeister Pakusch, um Bedenken hinsichtlich der Erreichbarkeit und der Unterstützung für Familien zu klären.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Kinder, die in Willich eine Kita besuchen, um etwa 10 Prozent zurückgegangen. Während 2021 noch rund 2.800 Kinder betreut wurden, sank die Zahl bis 2025 auf etwa 2.500. Die Stadt führt den Rückgang auf niedrigere Geburtenraten, mehr Teilzeitplätze und die Tatsache zurück, dass Familien angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit vermehrt auf Alternativen wie die Betreuung durch Großeltern ausweichen.

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Als Reaktion darauf haben der Förderverein der Kita Alperof und Elternvertreter am 6. März einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt – bisher ohne Antwort. Nun wird ein zweiter Brief vorbereitet, in dem die Haltung der Stadt zu längeren Fahrzeiten und Zugangsproblemen infrage gestellt wird.

Ziele der Kampagne sind die Entlastung von Familien, die Sicherstellung verlässlicher Betreuungsangebote sowie mehr Zeit für Beruf und Familienleben. Zudem setzt sie sich für gleichen Zugang zu frühkindlicher Bildung ein. Da mit dem generationenübergreifenden Zentrum Reinershof nur noch ein einziges neues kommunales Projekt bleibt, sind jedoch Fragen zur Finanzierung und zur Rolle der Stadt offen. Zwar ist ein Investor beteiligt, doch Details zu Förderung und Aufsicht bleiben unklar.

Die Kita Alperof soll in das Reinershof-Zentrum integriert werden. Eltern argumentieren jedoch, dass zusätzlich dezentrale Lösungen in den Stadtteilen nötig sind, um den lokalen Bedarf zu decken.

Die Kampagne fordert nachhaltige Betreuungsangebote in Wohnortnähe. Eltern und Initiatoren warten nun auf eine Reaktion aus dem Bürgermeisteramt. Sollte die Initiative erfolgreich sein, könnte sie die frühkindliche Versorgung in Willich angesichts sinkender Zahlen und Haushaltszwänge neu prägen.

Quelle