14 March 2026, 18:26

Willich schließt Kitas: Geburtenrückgang zwingt Stadt zum Umdenken bis 2027

Ein teilweise abgerissenes Gebäude mit zerbrochenen Fenstern und Schutt in der Mitte einer Straße, mit einem Container links und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Willich schließt Kitas: Geburtenrückgang zwingt Stadt zum Umdenken bis 2027

Bis 2027 wird Willich mehrere Kitas schließen – Grund ist der sinkende Bedarf. Die Stadt verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Geburtenzahlen, was zu einem Überangebot an Betreuungsplätzen geführt hat. Im Rahmen des Umstrukturierungsplans werden mehrere Einrichtungen geschlossen oder verlegt.

Besonders im Norden Willichs sind die Geburtenraten seit 2020 um 30 Prozent eingebrochen: von 1,44 auf 1,14 Kinder pro Frau – und damit deutlich unter dem regionalen Durchschnitt. Dadurch sank die Zahl der Kinder in den relevanten Altersgruppen von 404 auf 298, was aktuell zu 354 überzähligen Kita-Plätzen führt. Bis 2029 könnte der Überschuss auf 440 Plätze anwachsen.

Die Stadt verzichtet daher auf den Bau zweier geplanter städtischer Kitas – sowohl aus finanziellen Gründen als auch wegen der nachlassenden Nachfrage. Stattdessen werden bestehende Einrichtungen zusammengelegt oder umgenutzt. Das von der AWO betriebene Blaue Haus in Schiefbahn wird bis zum 31. Juli 2027 schließen, während das DRK-Projekt Schatzkiste bereits ein Jahr früher, am 31. Juli 2026, endet.

Auch Verlegungen stehen an: Die Kita Alperhof zieht in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um, statt einen Neubau zu erhalten. Die Kita Villa Kunterbunt wird zum Kindergartenjahr 2027/2028 in die Einrichtung St. Irmgardis wechseln – just in dem Moment, in dem die Kita St. Irmgardis selbst zum Ende des Kindergartenjahres 2026/2027 geschlossen wird.

Stadtvertreter und der Kirchenvorstand wollen die Pläne bei Bedarf weiter anpassen und bleiben im Dialog. Doch bereits jetzt fühlen sich Eltern in Stadtteilen wie Anrath, Neersen, Schiefbahn und Alt-Willich von der schrumpfenden Auswahl an lokalen Betreuungsmöglichkeiten im Stich gelassen.

Ziel der Schließungen und Verlegungen ist es, das Angebot an die aktuelle Nachfrage anzupassen. Angesichts der sinkenden Kinderzahlen rechnet Willich bis 2029 mit 440 überzähligen Kita-Plätzen. Die Stadt wird die Bedarfsentwicklung weiterhin mit lokalen Partnern prüfen, um auf weitere Veränderungen reagieren zu können.

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