Wasserstoffbranche zwischen Hoffnungsschimmern und harten Rückschlägen
Albin ReisingWasserstoffbranche zwischen Hoffnungsschimmern und harten Rückschlägen
Wasserstoffunternehmen erleben gemischte Entwicklungen – zwischen Rückschlägen und neuen Projekten
Während einige Firmen mit Kursverlusten und operativen Problemen kämpfen, treiben andere neue Vorhaben voran. Die Branche steht weiterhin unter kritischer Beobachtung, insbesondere vor dem Hintergrund allgemeiner Zweifel an Überinvestitionen in KI und saubere Energietechnologien.
Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA startete mit einem Kursplus von 2,5 % an der Börse Stuttgart und kletterte auf 0,192 Euro. Dennoch bewegt sich die Aktie seit über einem Jahr in der Nähe ihres Allzeittiefs von 0,17 Euro. Aktuelle Finanzberichte zeigen anhaltende Schwächen: Im vierten Quartal 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von minus 0,47 norwegischen Kronen pro Aktie, wie im Februar 2026 bekannt gegeben wurde.
Auch das britische Unternehmen ITM Power gerät trotz einer finalen Investitionsentscheidung für ein weiteres Großprojekt unter Druck. Anleger fordern greifbare Ergebnisse und zeigen wenig Toleranz für Verzögerungen oder Rückschläge.
In Deutschland stehen die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge der Stadt Bielefeld weiterhin still – Grund ist ein Mangel an Treibstoff. Die Fahrzeuge, die bereits zuvor wegen ihrer Unzuverlässigkeit in der Kritik standen, sollten eigentlich die grünen Ambitionen der Stadt unter Beweis stellen. Lokale Verantwortliche bezeichnen die Probleme weiterhin als vorübergehend und betonen, man bleibe dem Wasserstoff verpflichtet.
Unterdessen fielen die Aktien des US-Unternehmens Bloom Energy um 1,7 % auf 154,51 US-Dollar, was die Enttäuschung der Anleger widerspiegelt. Zwar hatte das Unternehmen mit einem großen Auftrag von Oracle für Optimismus gesorgt, doch bremsen allgemeine Bedenken hinsichtlich Überinvestitionen im KI-Sektor die Begeisterung. Analysten sehen jedoch Potenzial in möglichen Schwankungen der Ölpreise, die der Wasserstoffbranche neue Chancen eröffnen könnten.
Die Wasserstoffwirtschaft zeigt sich gespalten: Während Nel ASA ein kleines Kurscome-back verzeichnet, bleibt der langfristige Trend negativ. ITM Power steht unter Druck, die Machbarkeit seiner Projekte unter Beweis zu stellen, und Bielefelds stillstehende Müllwagen verdeutlichen die operativen Hürden – doch die Stadt hält an ihren Plänen fest. Die Stimmung am Markt bleibt vorerst verhalten, wobei die Zukunftsaussichten stark von den allgemeinen Energietrends abhängen.