28 April 2026, 00:28

Warum die Kapitalismuskritik seit den 1970ern an Schwung verlor – eine neue Analyse

Dokument mit dem Titel "Newtown Market Hall, die Abstimmung, Mr. Williams' Vorschlag gegen die Mehrheit."

Warum die Kapitalismuskritik seit den 1970ern an Schwung verlor – eine neue Analyse

Ein neuer Sammelband mit dem Titel "Krise der Kapitalismuskritik? Gegner des Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter" untersucht, warum der Widerstand gegen den Kapitalismus im späten 20. Jahrhundert an Kraft verlor. Das Buch argumentiert, dass das Verständnis dieses Niedergangs entscheidend ist, um die gesellschaftlichen Umbrüche seit den 1970er-Jahren zu deuten. Es zeichnet die Entwicklung der Kapitalismuskritik von der Mitte der 1970er bis zur Jahrtausendwende nach.

Der Aufstieg des Neoliberalismus seit den 1970er-Jahren wird meist auf zwei Weisen erklärt: durch strukturelle Veränderungen des Kapitalismus und durch die Verbreitung neoliberaler Ideen. Doch der Begriff selbst hat seine Grenzen. Kritiker konzentrieren sich oft zu eng auf den Neoliberalismus als eigenständige Phase und riskieren so eine unvollständige Sicht auf die tiefergreifenden Umwälzungen des Kapitalismus. Soziologische Debatten neigen zudem dazu, die Zersplitterung neoliberaler Politiken zu übersehen, während frühere Formen des Kapitalismus verklärt werden.

Der Band zeigt, wie linke und sozialdemokratische Gruppen auf Krisen häufig mit der Übernahme neoliberaler Reformen reagierten – statt Widerstand zu leisten, trugen viele zur Umgestaltung bei. Selbst die Gründung der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) in den 1990er-Jahren belebte keine starke antikapitalistische Opposition. Stattdessen verband sie Identitätspolitik mit keynesianischer Wirtschaftspolitik.

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Konsumkritik, die oft als Produkt des Neoliberalismus gilt, entstand in Wahrheit bereits früher. Die Proteste von 1968 etwa verbanden strukturelle Kapitalismuskritik mit konsumorientiertem Widerstand. Dieser Wandel weg von systemischer Opposition setzte lange vor dem Durchbruch des Neoliberalismus ein.

Der Sammelband wirft ein Licht auf die Schwierigkeiten von Kapitalismuskritikern im neoliberalen Zeitalter. Er zeigt, wie sich Bewegungen und Proteste seit den 1970er-Jahren entwickelten – oder scheiterten. Durch die Analyse dieser Muster bietet das Buch eine klarere Vorstellung davon, warum der Widerstand gegen den Kapitalismus in den letzten Jahrzehnten an Boden verlor.

Quelle