15 March 2026, 20:31

Viersen droht bis 2031 die Pleite – 39 Millionen Euro Defizit prognostiziert

Ein buntes Papier mit fetter Schrift und Bildern von verschiedenen, strahlenden Menschen, die eine Parlamentsreform mit Hoffnung und Optimismus darstellen.

Viersen droht bis 2031 die Pleite – 39 Millionen Euro Defizit prognostiziert

Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Prognosen zufolge könnte das Defizit bis 2026 auf 39 Millionen Euro anwachsen. Ohne grundlegende Reformen droht der Stadt bis 2031 sogar die Insolvenz. Steigende Ausgaben in der Jugendhilfe und wachsende Kreisumlagen belasten den Haushalt bis an die Grenzen.

Die finanziellen Probleme Viersens sind das Ergebnis jahrelanger Haushaltsdefizite, die mittlerweile jährlich 25 bis 35 Millionen Euro betragen. Bis 2029 werden ähnliche Fehlbeträge erwartet, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Stadt erhebt bereits jetzt die zweithöchste Gewerbesteuer für nicht-wohnliche Gebäude in ihrem IHK-Bezirk – Spielraum für weitere Erhöhungen gibt es kaum.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt vor weiteren Steuererhöhungen für Grundbesitz oder Unternehmen. Höhere Abgaben würden die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und Investitionen abschrecken, so die Argumentation. Stattdessen unterstützt die IHK den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, verweist jedoch auf weiterhin steigende Personalkosten. Als Lösung schlägt sie vor, mehr Gewerbegebiete auszuweisen, um steuerzahlende Unternehmen anzuziehen.

Eine KfW-Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 19 Prozent der deutschen Kommunen – rund 3.000 bundesweit – aufgrund finanzieller Engpässe Schwierigkeiten haben, ihre Infrastruktur zu erhalten. Allein in Nordrhein-Westfalen kämpfen schätzungsweise 75 Städte und Gemeinden mit ähnlichen Problemen. Bergisch Gladbach etwa rechnet bis 2026 mit einem Defizit von 50 Millionen Euro. Die IHK regt an, dass kommunale Zusammenarbeit helfen könnte, Dienstleistungen zu bündeln und Verwaltungsausgaben zu senken.

Viersens finanzielle Zukunft bleibt ungewiss, sofern die Ausgaben nicht gedrosselt oder neue Einnahmequellen erschlossen werden. Die Vorschläge der IHK – etwa interkommunale Partnerschaften und die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete – könnten einen Ausweg bieten. Ohne entschlossenes Handeln jedoch steht die langfristige Stabilität der Stadt auf dem Spiel.

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