16 March 2026, 16:27

Tagebücher aus den 1930er-Jahren: Ein Wiesbadener Bürger dokumentiert den Alltag im Wandel

Eine detaillierte Karte von Wiesbaden, Deutschland, mit verschiedenen Blautönen, Grüntönen und Gelbtönen, die verschiedene Bereiche darstellen, begleitet von Text, der die Geschichte der Stadt, die Bevölkerung, Sehenswürdigkeiten und interessante Punkte beschreibt.

Tagebücher aus den 1930er-Jahren: Ein Wiesbadener Bürger dokumentiert den Alltag im Wandel

Ein seltener Einblick in das Leben während Deutschlands unruhiger 1930er- und 1940er-Jahre wird bei einem kostenlosen öffentlichen Vortrag in Wiesbaden geboten. Der lokale Historiker Ralf A. Gmelin präsentiert private Manuskripte seines Großvaters, die Alltagserfahrungen von der Kaiserzeit bis in die frühen NS-Jahre dokumentieren. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Lokalhistoriker – 4. Staffel", die die Stadt aktuell ausrichtet.

Die Matinee unter dem Titel "1940: Die versunkene bürgerliche Welt"findet imStadtmuseum am Marktplatzstatt. AmSonntag, dem 12. Oktober 2025, um 11:00 Uhr, steht sie im Zeichen der Tagebücher vonHans Gmelin*, einem bürgerlichen Wiesbadener. Seine handschriftlichen Aufzeichnungen beginnen 1934 und halten persönliche Reflexionen fest – mitten in den gesellschaftlichen Umbrüchen der Zeit.

Ralf A. Gmelin wird Auszüge aus den Manuskripten lesen und sie mit historischem Kontext sowie Deutungen ergänzen. Die Dokumente umfassen die letzten Jahre der Weimarer Republik, den Aufstieg der NSDAP und die frühe Phase der Diktatur. Die Besucher:innen erfahren aus erster Hand, wie einfache Bürger:innen die politischen und sozialen Veränderungen erlebten.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Veranstalter beschreiben die Matinee als Gelegenheit, sich über ein intimes, familienbewahrtes Zeugnis mit der Geschichte zu verbinden.

Der Vortrag präsentiert Hans Gmelins Beobachtungen als unmittelbares Fenster in die Vergangenheit. Seine Aufzeichnungen, von seinem Enkel bewahrt, bieten eine persönliche Gegenperspektive zu den großen historischen Erzählungen. Das Stadtmuseum lädt alle Interessierten ohne Voranmeldung ein.

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