13 March 2026, 14:21

Studie enthüllt massenhaften Missbrauch im Erzbistum Paderborn mit 489 Opfern

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der katholischen Kirche dokumentiert, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Studie enthüllt massenhaften Missbrauch im Erzbistum Paderborn mit 489 Opfern

Eine neue Studie hat weitverbreiteten sexuellen Missbrauch im Erzbistum Paderborn aufgedeckt – mit deutlich mehr Fällen als bisher bekannt. Der am 12. März 2026 veröffentlichte Bericht identifiziert 489 Opfer und 210 beschuldigte Kleriker zwischen 1941 und 2002 – fast doppelt so viele wie zuvor angenommen. Erzbischof Udo Markus Bentz reagierte mit einer Bitte um Vergebung an die Opfer und kündigte weitere Schritte an.

Die Untersuchung der Universität Paderborn legte systemische Versäumnisse des Erzbistums bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle offen. Bischof Bentz bezeichnete die Ergebnisse als Beleg für institutionelles Versagen und kündigte Gespräche mit Betroffenen an. Zudem plant er drei regionale Veranstaltungen, um den Bericht mit Mitgliedern der Diözese zu erörtern.

Die Studie wirft zudem Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt auf und fordert eine vertiefte Prüfung seiner Rolle. Der Sprecher der Opfer, Reinhold Harnisch, unterstützte die Entschuldigung des Erzbischofs und forderte die Aberkennung von Ehren für Degenhardt sowie seinen Vorgänger, Kardinal Lorenz Jaeger. Bisher hat das Erzbistum 93 Millionen Euro an Entschädigungen an Überlebende gezahlt.

Die katholische Kirche in Deutschland sieht sich seit 2010 mit Missbrauchsskandalen konfrontiert, wobei Bistümer bundesweit an der Aufarbeitung der Vergangenheit arbeiten. Die Ermittlungen in Paderborn laufen weiter, mit Zusagen zu Transparenz und weiteren Prüfungen.

Das Erzbistum hat sich verpflichtet, die unabhängige Aufklärung der Missbrauchsfälle fortzusetzen – einschließlich der Vorwürfe gegen Degenhardt. Die Entschädigungszahlungen an Opfer belaufen sich mittlerweile auf 93 Millionen Euro, während Dialogveranstaltungen die Folgen der Taten aufarbeiten sollen. Die Ergebnisse markieren einen weiteren Schritt in der Auseinandersetzung der Kirche mit Jahrzehnten des Missbrauchs.

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