19 March 2026, 10:38

Streit um Busrouten in Solingen-Ohligs: Senioren wehren sich gegen vollständige Sperrung

Eine belebte Stadtstraße mit Bussen, Autos, Fußgängern, Strommasten, Überlandleitungen, Schildern, Gebäuden und Geländern, mit Text am unteren Rand.

Streit um Busrouten in Solingen-Ohligs: Senioren wehren sich gegen vollständige Sperrung

Ein Streit um Busrouten im Solinger Stadtteil Ohligs sorgt für Aufmerksamkeit, nachdem die Seniorenorganisation der Grünen Forderungen abgelehnt hat, die Lennestraße komplett für Busse zu sperren. Die Gruppe argumentiert, dass der aktuelle Verkehrsplan einen fairen Kompromiss bietet, der sowohl die Verkehrsreduzierung als auch die Erreichbarkeit der Innenstadt für ältere Bürger berücksichtigt.

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Lokale Initiativen hatten vorgeschlagen, die City-Ring-Linie abzuschaffen und Busse vollständig aus der Lennestraße zu verbannen. Doch die Green Seniors betonen, dass eine solche Maßnahme vor allem ältere Einkäufer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität stark benachteiligen würde.

In den vergangenen fünf Jahren hat Solingen den öffentlichen Nahverkehr in seinen Stadtteilen deutlich ausgebaut. Neue Schnellbuslinien verbinden nun Höhscheid und Gräfrath, während das Oberleitungsbus-Netz elektrifiziert wurde. Zudem ging 2024 die Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 nach Burg in Betrieb. Parallel dazu führte die Stadt 2023 Carsharing-Stationen ein und testete in äußeren Stadtteilen bedarfsgesteuerte Verkehrsangebote.

Die aktuelle Debatte dreht sich um den Ohligs City-Ring, eine wichtige Busverbindung, die durch die Lennestraße führt. Drei lokale Vereine fordern, die Straße für Busse komplett zu sperren – was auch die Streichung der Haltestelle "Ohligs Markt" zur Folge hätte. Die Green Seniors lehnen dies ab und warnen, dass ältere Bewohner dann längere Wege zu Ausweichhaltestellen in Kauf nehmen müssten – besonders belastend nach dem Einkaufen oder für Menschen mit Gehbehinderungen.

Stattdessen unterstützen sie den Kompromissvorschlag der Verkehrsbehörde: Der Busverkehr in der Lennestraße soll reduziert werden, aber essentielle Verbindungen bleiben erhalten. Die Organisation sieht das Thema als Teil einer größeren gesellschaftlichen Herausforderung und betont, dass Verkehrsplanung die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung berücksichtigen muss.

Kritiker hatten den Green Seniors vorgeworfen, den Fortschritt zu blockieren. Die Organisation hält jedoch an ihrer Position fest und begründet sie mit dem Prinzip der Gerechtigkeit. Ihre Unterstützung für den aktuellen Plan spiegelt die Überzeugung wider, dass der öffentliche Nahverkehr für alle praktikabel bleiben muss – nicht nur für die mobilsten Nutzer.

Der Vorschlag der Verkehrsbehörde wird nun mit Rückendeckung der Green Seniors umgesetzt. In der Lennestraße wird es weniger Busse geben, doch die Haltestelle "Ohligs Markt" bleibt erhalten und sichert so die direkte Anbindung an die Innenstadt. Ältere Bewohner können die Linie weiterhin nutzen und müssen keine längeren Umwege in Kauf nehmen, wie sie bei einer vollständigen Sperrung entstanden wären.

Quelle