Stadtplaner:innen fordern radikale Wende für lebendige Innenstädte der Zukunft
Andrew GudeStadtplaner:innen fordern radikale Wende für lebendige Innenstädte der Zukunft
Rund 30 Stadtplaner:innen aus etwa 20 Städten trafen sich kürzlich in Solingen, um über die Zukunft der Innenstädte zu diskutieren. Die vom Arbeitskreis Innenstadt im Städtenetzwerk Urban Development Network Nordrhein-Westfalen (NWSE) organisierte Veranstaltung konzentrierte sich auf die Belebung von Fußgängerzonen und die Anpassung an veränderte Bedürfnisse. Fachleute waren sich einig, dass veraltete, auf den Einzelhandel ausgerichtete Konzepte nicht mehr funktionieren – und forderten mutige neue Ansätze.
Die Tagung fand in Solingens "Gläserne Werkstatt" statt, wo die Teilnehmenden Strategien austauschten, um Stadtzentren dynamischer zu gestalten. Im Mittelpunkt standen gemischte Nutzungsformen, attraktivere öffentliche Räume und ansprechende Wohnmöglichkeiten. Urbanist:innen betonten, dass lebendige Innenstädte mehr brauchen als nur Geschäfte – sie müssten zu vielseitigen, pulsierenden Zentren werden.
Auch neue Mobilitätsideen, wie die Öffnung von Fußgängerzonen für Radfahrer:innen, wurden als entscheidend für moderne Stadtkonzepte hervorgehoben. Als positives Beispiel diente Emsdetten, wo zukunftsweisende Maßnahmen die Stadt bereits verändert haben.
Andreas Budde, Solingens stellvertretender Bürgermeister, unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Kommunen. Er betonte, dass der Austausch von Wissen und gemeinsame Initiativen essenziell seien, um städtische Herausforderungen zu meistern. Die Diskussionen orientierten sich dabei auch an Solingens eigener "Stadt 2030"-Strategie, die als Ausgangspunkt diente.
Die Teilnehmenden kamen zu dem Schluss, dass die Revitalisierung von Innenstädten Mut, langfristiges Engagement und eine klare gemeinsame Vision erfordert. Das NWSE, ein Netzwerk von rund 160 Kommunen in Nordrhein-Westfalen, bietet eine Plattform für diesen Austausch. Sein Ziel ist es, Städte dabei zu unterstützen, voneinander zu lernen und gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln.
Die Veranstaltung machte deutlich: Stadtzentren müssen sich über den klassischen Einzelhandel hinaus weiterentwickeln, um relevant zu bleiben. Gemischte Nutzungskonzepte, verbesserte Mobilität und eine stärkere Kooperation zwischen Kommunen wurden als zentrale Schritte identifiziert. Das NWSE wird die Städte weiterhin dabei unterstützen, diese Ideen in die Tat umzusetzen.






