Solinger Kirchenkreis steht vor radikaler Gebäudereform wegen Mitgliederschwunds
Ljiljana HeinSolinger Kirchenkreis steht vor radikaler Gebäudereform wegen Mitgliederschwunds
Der Kirchenkreis Solingen der Evangelischen Kirche plant umfassende Veränderungen an seinen Gebäuden. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Finanzmittel haben Verantwortliche erste Vorschläge für die Zukunft von Kirchen und Gemeindeimmobilien vorgestellt. Die Pläne markieren den Beginn eines schwierigen Umbruchs für die lokale Kirchengemeinschaft.
Ein siebenköpfiges Team unter der Leitung von Hartmut Hoferichter wurde damit beauftragt, eine langfristige Strategie für die Gebäudenutzung des Kirchenkreises zu erarbeiten. Die vorläufigen Empfehlungen unterteilen die Immobilien in drei Kategorien: solche, die langfristig erhalten bleiben sollen, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr benötigt werden.
Die Arbeitsgruppe wird nun Rückmeldungen sammeln und die Vorschläge überarbeiten. Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 soll das Gebäudekonzept beraten und finalisieren. Parallel hat die Evangelische Kirche im Rheinland das Ziel ausgegeben, bis 2035 alle ihre Gebäude klimaneutral zu betreiben – ein Vorhaben, das kostspielige Modernisierungen erfordert.
Bis Ende 2027 rechnet der Kirchenkreis mit tiefgreifenden Veränderungen – organisatorisch, finanziell und emotional. Prognosen zufolge könnten die verfügbaren Mittel bis Mitte der 2030er Jahre auf die Hälfte schrumpfen, was drastische Kürzungen beim Immobilienbestand erzwingen würde.
Die vorläufigen Pläne deuten auf einen deutlichen Wandel für Solingens Kirchen hin. Mit weniger Mitgliedern und weniger Geld muss der Kirchenkreis entscheiden, welche Gebäude erhalten, umgenutzt oder aufgegeben werden. Die endgültigen Beschlüsse werden das lokale Kirchengemeinschaftsleben für die kommenden Jahrzehnte prägen.
Schlüsselkirchen stehen vor Schließung, Endentscheid auf 2027 verschoben
Die Arbeitsgruppe hat konkrete Empfehlungen für die Kirchen in Solingen präsentiert. Vorläufige Pläne identifizieren nun vier Kirchen und drei Gemeindezentren als sicher für die Zukunft, darunter die Evangelische Stadtkirche Ohligs und die Dorper Kirche. Allerdings stehen die Kirchen in Merscheid, Widdert und Ketzberg vor ungewissen Zukunftsperspektiven. Behörden haben bestätigt, dass die Endentscheidung bis Ende 2027 getroffen wird, nicht nur 'bis Ende 2027' wie zuvor mitgeteilt.






