Skandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb wegen gravierender Tierschutzverstöße gesperrt
Ljiljana HeinSkandal im Märkischen Kreis: Schweinemastbetrieb wegen gravierender Tierschutzverstöße gesperrt
Ein Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis, Nordrhein-Westfalen, wurde aus dem QS-Qualitätssicherungssystem ausgeschlossen, nachdem schwere Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt wurden. Verdeckt gedrehte Aufnahmen zeigten verletzte Schweine, tote Ferkel und verwahrloste Stallanlagen – was umgehend zu Maßnahmen von Behörden und Branchenaufsehern führte.
Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte die Missstände auf dem Betrieb zunächst durch ein auf Instagram veröffentlichtes Video öffentlich gemacht, das inzwischen über eine halbe Million Mal aufgerufen wurde. Die Aufnahmen dokumentierten verletzte Tiere, verendete Ferkel und verfallene Stallgebäude.
Am 14. Oktober führte das QS-Qualitätssicherungssystem eine Sonderprüfung des Betriebs durch. Die Prüfer stellten inakzeptable Zustände fest, darunter tote Tiere, was zum sofortigen Ausschluss des Hofs aus dem Zertifizierungssystem führte. Auch der für frühere Kontrollen zuständige Auditor wurde vorläufig suspendiert, nachdem Bedenken hinsichtlich seiner Neutralität aufkamen.
Noch am selben Tag bestätigte eine separate Untersuchung des örtlichen Veterinäramts weitere Verstöße gegen Tierschutz- und Hygienevorschriften. Später gab die Behörde bekannt, dass der Betrieb bereits bei vorherigen Kontrollen durchgefallen war.
Der Landwirt, der zugleich als Geschäftsführer des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes fungiert, muss sich nun wegen des Verdachts auf Straftaten verantworten. Aninova kritisierte seine Doppelfunktion und verwies auf den Widerspruch zwischen seiner Interessenvertretung für die Landwirtschaft und den desolaten Zuständen auf dem eigenen Betrieb. Auf Anfrage lehnte ein Verbandssprecher eine Stellungnahme zu Personalangelegenheiten ab und gab an, von dem betreffenden Betrieb keine Kenntnis zu haben.
Der Hof wurde aus dem QS-Zertifizierungssystem ausgeschlossen, der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Der suspendierte Auditor darf künftig keine QS-Prüfungen mehr für Nutztierarten durchführen. Die Behörden ermitteln weiterhin zu den von Aninova sowie bei offiziellen Kontrollen dokumentierten Verstößen.






