20 April 2026, 12:21

Sexismus-Vorwürfe erschüttern Druckfrisch: Warum Autorinnen gegen Denis Scheck rebellieren

Ein altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug sitzend in einem Stuhl mit einem ernsten Gesichtsausdruck und einer Frau daneben stehend, die nachdenklich aussieht, mit der Überschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung" auf der Seite.

Sexismus-Vorwürfe erschüttern Druckfrisch: Warum Autorinnen gegen Denis Scheck rebellieren

Eine hitzige Debatte über Sexismus in der Literaturkritik ist entbrannt, nachdem die Autorin Sophie Passmann den Literaturkritiker Denis Scheck vorwarf, sexistische Bemerkungen gemacht zu haben. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die ARD-Buchsendung Druckfrisch, in der Schecks schroffe Kritik bereits mehrfach scharfe Reaktionen von Schriftstellerinnen provoziert hat.

Der Streit eskalierte, als Scheck Passmanns Werk als "Pegelstandsberichte aus den Untiefen eines trüben Bewusstseins" abtat. Sie konterte, seine Rezension sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch" – ein Vorwurf, dem sich andere Autorinnen anschlossen.

Auch Ildikó von Kürthy meldete sich zu Wort, nachdem Scheck ihren Roman als "kaum mehr als Geplauder aus dem Damentoilettenbereich einer Hochzeit" bezeichnet hatte. In einem Essay für Die Zeit fragte sie, ob ihr Geschlecht seine Bewertung beeinflusst habe. Die Schriftstellerin Elke Heidenreich schloss sich der Kritik an und verurteilte sowohl Schecks Stil als auch die Rolle der ARD, die ihm eine Plattform biete.

Die ARD verteidigte die Sendung und betonte, das Geschlecht eines Autors spiele bei den Bewertungen keine Rolle. Der Sender verwies zudem darauf, dass in Druckfrisch"kein Platz für Frauenfeindlichkeit" sei. Schecks Rezensionen sind oft theatralisch inszeniert – etwa mit einer Rutsche, die missbilligte Bücher in einen Mülleimer befördert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Auseinandersetzung zeigt die Spannungen zwischen literarischer Kritik und geschlechtsspezifischen Vorurteilen auf. Zwar unterstreicht die ARD ihre Haltung gegen Frauenfeindlichkeit, doch Kritiker werfen der Sendung vor, mit ihrem Format harte Urteile zu begünstigen. Die Debatte ebbt nicht ab, im Gegenteil: Immer mehr Autor:innen mischen sich ein.

Quelle