Rewe-Chef Souque attackiert Markenhersteller wegen hoher Lebensmittelpreise trotz sinkender Rohstoffkosten
Marit CichoriusRewe-Chef Souque attackiert Markenhersteller wegen hoher Lebensmittelpreise trotz sinkender Rohstoffkosten
Lionel Souque, der Vorstandsvorsitzende der deutschen Supermarktkette Rewe, hat scharf Kritik an großen Lebensmittelmarken geübt, weil diese trotz sinkender Rohstoffkosten ihre Preise nicht senken. Souque wirft Herstellern wie Lindt und Mondelez vor, die Preise nicht an die gesunkenen Ausgaben für Rohstoffe angepasst zu haben – auf Kosten der Verbraucher, die so mehr zahlen müssen als nötig.
Als deutliches Beispiel nannte Souque Schokolade: Obwohl die Kakaopreise seit Monaten fallen, blieben die Verkaufspreise der Markenhersteller hoch. Besonders verwies er auf die Milka-Alpenmilch-Tafel, deren Größe reduziert wurde, ohne dass der Preis sank. Gleichzeitig habe Rewe die Preise für die hauseigenen Schokoladentafeln gesenkt.
Im Rahmen einer Diskussion über mögliche Senkungen der Mehrwertsteuer betonte Souque, wie wichtig es sei, das gesamte Produktsortiment zu betrachten, um Ersparnisse an die Kunden weiterzugeben. Er bestätigte, dass Rewe – wie bereits während der Pandemie – auch diesmal die Preise anpassen werde, falls es Steuererleichterungen gebe.
Die Äußerungen des Rewe-Chefs kommen vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit mit den hohen Lebensmittelpreisen. Während die Rohstoffkosten sinken, bleiben die Regalpreise für Verbraucher auf hohem Niveau – viele Markenhersteller stehen in der Kritik, Gewinne über Bezahlbarkeit zu stellen.
Rewe hat zugesagt, im Falle von Mehrwertsteuersenkungen die Preise zu reduzieren – ganz wie bereits 2020. Souques Kritik setzt die großen Hersteller nun unter Zugzwang, diesem Beispiel zu folgen. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Handel und Markenherstellern auf, wer letztendlich die Schwankungen bei den Kosten tragen soll.






