REEV-Lkw senken Kosten und CO₂ – mit kleinerer Batterie und Reichweitenverlängerer
Ljiljana HeinREEV-Lkw senken Kosten und CO₂ – mit kleinerer Batterie und Reichweitenverlängerer
Eine neue Studie des Ingenieursdienstleisters FEV unterstreicht die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile von Reichweitenverlängerer-Elektro-Lkw (REEV) im Fernverkehr. Diese Fahrzeuge könnten die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw um bis zu einem Drittel senken. Gleichzeitig verringert ihr Design die Abhängigkeit von großen Batterien und öffentlichen Schnellladestationen.
REEV-Lkw kombinieren eine kleinere Batterie (etwa 280 kWh) mit einem integrierten Reichweitenverlängerer und kommen so ohne die deutlich größeren 560-kWh-Batterien aus, wie sie bei rein elektrischen Fernverkehrs-Lkw üblich sind. Diese Konfiguration ermöglicht es, die Fahrzeuge über Nacht in Depots mit Standard-22-kW-Wechselstromladern aufzuladen – dabei werden rund 240 kWh übertragen, was für einen fast vollständigen elektrischen Betrieb am folgenden Tag ausreicht.
Die wirtschaftliche Bilanz ist überzeugend: Laut FEV sinken die Gesamtbetriebskosten (TCO) im Regionalverkehr um bis zu 33 %, im Fernverkehr immerhin noch um etwa 14 %. Die Einsparungen resultieren aus geringeren Fahrzeugkosten, einer höheren Nutzlastkapazität und günstigerer Energie, da der Großteil des Ladens nachts zu industriellen Stromtarifen erfolgt.
Zudem lassen sich REEV-Lkw problemlos in die bestehende Depot-Infrastruktur integrieren und reduzieren so die Abhängigkeit von teuren öffentlichen Hochleistungs-Schnellladestationen. Da sie größtenteils elektrisch fahren, stoßen sie deutlich weniger CO₂ aus als Diesel-Lkw, während die kleinere Batterie die Anschaffungskosten niedrig hält.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass REEV-Lkw eine praktikable Übergangs-lösung für Fuhrparks darstellen, die Kosten und Emissionen senken möchten, ohne in große Infrastrukturänderungen investieren zu müssen. Die Kombination aus kompakteren Batterien, nächtlichem Laden und Reichweitenverlängerer macht sie zu einer attraktiven Alternative sowohl zu Diesel- als auch zu rein elektrischen Fernverkehrs-Lkw. Bisher hat zwar noch kein großer europäischer Hersteller die Serienproduktion aufgenommen, doch die Vorteile der Technologie könnten in den kommenden Jahren zu einer breiteren Verbreitung führen.
DHL und Scania testen 800 km EREV-Lkw in echter Weltprobe
Ein wichtiger Branchenversuch hat begonnen, die Reichweitenverlängerungstechnologie im Schwertransport zu validieren. Der DHL-Scania EREV-Lkw:
- Hat eine 416 kWh Batterie und einen 120 kW Generator, der 800 km Reichweite erzielt
- Fährt zwischen Berlin und Hamburg unter Verwendung von 80-90% erneuerbarer Energie 'um Infrastruktur-Herausforderungen zu überwinden'
- Wird mehrere Monate getestet, bevor Entscheidungen über eine mögliche Flottenausweitung getroffen werden