"Pizza-Connection" startet mit neuen Treffen in die Legislaturperiode – doch bleibt sie wirkungslos?
Marit Cichorius"Pizza-Connection" startet mit neuen Treffen in die Legislaturperiode – doch bleibt sie wirkungslos?
"Pizza-Connection": Überparteilicher Diskussionskreis trifft sich wieder im neuen Legislaturperiode
Die langjährige, überparteiliche Gesprächsrunde "Pizza-Connection" hat im neuen Parlamentsjahr ihre Treffen wiederaufgenommen. Organisiert von der Grünen-Abgeordneten Claudia Müller, finden die informellen Zusammenkünfte trotz früherer Kritik an ihrer Wirksamkeit weiterhin statt. Die erste Sitzung der Gruppe fand im Oktober statt – kurz nach der Wiedereröffnung ihres Stammlokals in Bonn.
Die "Pizza-Connection" entstand vor Jahren als Plattform für Politiker verschiedener Parteien, um in lockerer Atmosphäre über politische Themen zu diskutieren. Der Name geht auf Bernd Protzner zurück, damals Generalsekretär der CSU, der die Idee einer schwarz-grünen Zusammenarbeit einst spöttisch kommentierte. Mit der Zeit zogen die Treffen Mitglieder aus unterschiedlichen Lagern an, mündeten jedoch nie in eine bundesweite schwarz-grüne Koalition.
Das jüngste Treffen folgte auf die Wiedereröffnung des gewohnten Restaurants Mitte Oktober. Das Lokal hatte fünf Monate zuvor für Renovierungsarbeiten geschlossen, nachdem die Besitzer ihren Ruhestand angekündigt hatten. Zwar wechselt die Speisekarte häufig, doch Nudelgerichte bleiben ein fester Bestandteil der Abendessen.
Vertraulichkeit bleibt eine zentrale Regel für die Teilnehmer. Ein grüner Politiker, der mehrfach dabei war, bezeichnete die Runden als "leere Schwatzbuden" mit kaum spürbarem Einfluss auf die überparteiliche Zusammenarbeit. Anders als in früheren Legislaturperioden hat sich bisher kein vergleichbarer rot-rot-grüner Diskussionskreis gebildet.
Die "Pizza-Connection" wird weiterhin von Claudia Müller koordiniert und pflegt die Tradition des informellen politischen Austauschs. Details zu Teilnehmern und Inhalten bleiben unter Verschluss – so wie es die Gruppe vereinbart hat. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Treffen zu konkreten politischen Ergebnissen oder breiteren Parteibündnissen führen.






