Pharmakonzern zwischen Roundup-Klagen und Kerendia-Hoffnung auf Wachstum
Marit CichoriusPharmakonzern zwischen Roundup-Klagen und Kerendia-Hoffnung auf Wachstum
Ein großer Pharmakonzern steht vor einem entscheidenden Jahr, geprägt von juristischen Auseinandersetzungen und medizinischen Durchbrüchen, die seine Zukunft prägen werden. Am 1. April 2026 wird der Oberste Gerichtshof der USA Verhandlungen über Warnhinweise auf Roundup führen – ein Fall mit potenziell weitreichenden finanziellen Folgen. Gleichzeitig zeigt das Medikament Kerendia des Unternehmens vielversprechende Ergebnisse bei der Erweiterung seiner Patientengruppe, was den Aktienkurs in jüngsten Handelsgeschäften um 4,71 % auf 40,25 Euro steigen ließ.
Im Geschäftsjahr 2025 verschärften sich die finanziellen Probleme des Konzerns: Mit einem Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und hohen Prozesskosten – vor allem durch anhaltende Klagen im Zusammenhang mit Roundup – stieg die Nettoverschuldung auf fast 30 Milliarden Euro. Anleger bleiben angesichts der rechtlichen Risiken vorsichtig, insbesondere da der Oberste Gerichtshof bis Mitte Juni 2026 über die Warnhinweise für Roundup entscheiden wird.
Auf medizinischer Ebene verzeichnet Kerendia – ein Wirkstoff mit Finerenon – bedeutende Fortschritte. Ursprünglich im Juli 2021 von der US-Arzneimittelbehörde FDA für die Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen, erhielt es im März 2022 auch die EU-Zulassung. Nun deuten positive Ergebnisse der Phase-III-Studie FIND-CKD darauf hin, dass das Medikament auch bei nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung wirksam sein könnte. Das Unternehmen plant, einen Antrag auf erweiterte Nutzung bei der FDA einzureichen, was den Zugang zu einem deutlich größeren Markt ermöglichen würde.
Die für den 1. April 2026 anberaumte Hauptversammlung des Unternehmens wird über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger sowohl die rechtlichen Entwicklungen als auch die Bemühungen zur Sicherung der Glyphosat-Versorgung durch eine US-amerikanische Exekutivverordnung genau beobachten.
Die anstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu den Roundup-Warnhinweisen wird die finanzielle Perspektive des Konzerns maßgeblich beeinflussen, insbesondere angesichts der hohen Prozesslast. Gleichzeitig bietet die mögliche Ausweitung von Kerendia auf die Behandlung nicht-diabetischer Nierenerkrankungen eine Chance auf Umsatzwachstum. Die Aktionäre werden diese Faktoren bei der Abstimmung über die vorgeschlagene Dividende auf der Hauptversammlung im April 2026 sorgfältig abwägen.