02 April 2026, 00:28

NRW plant Kernbetreuungszeiten in Kitas – soll das den Fachkräftemangel lösen?

Eine Zeichnung von drei Kindern, die auf einer Decke sitzen, wobei eines ein Baby hält, auf einem Blatt Papier mit Text.

NRW plant Kernbetreuungszeiten in Kitas – soll das den Fachkräftemangel lösen?

Nordrhein-Westfalens neue Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) unterstützt Pläne zur Einführung von Kernbetreuungszeiten in Kitas. Mit dem Vorstoß sollen Personalengpässe behoben werden, während gleichzeitig die Einrichtungen für Familien, die auf sie angewiesen sind, offen bleiben. Schäffer bezeichnet die Änderungen als einen notwendigen Schritt, um die Verlässlichkeit der Kinderbetreuung zu verbessern.

Das geplante Kinderbildungsgesetz sieht vor, dass Kita-Teams in zwei Gruppen aufgeteilt werden: Stammkräfte mit einer dreijährigen Ausbildung würden täglich fünf Stunden die "Kernzeit" abdecken. Ergänzungskräfte, die nur zwei statt drei Jahre ausgebildet sind, übernehmen die übrigen "Randzeiten". Schäffer räumt ein, dass der Sektor unter einem erheblichen Mangel an qualifizierten Fachkräften leidet, und hofft, dass dieses Modell mehr Flexibilität bietet.

Das Konzept orientiert sich an bereits bestehenden Systemen in anderen Bundesländern wie Bayern, wo Kernzeiten 2020 eingeführt wurden. Zwar haben längere Öffnungszeiten – etwa von 6 bis 18 Uhr – berufstätigen Eltern geholfen, doch führten sie auch zu höheren Kosten und anhaltenden Personalproblemen. Gewerkschaften kritisieren die zusätzliche Belastung für Erzieher:innen. Ähnliche Modelle in Schweden und den Niederlanden, wo flexible Kernzeiten seit Jahrzehnten Praxis sind, garantieren zwar hohe Standards, kämpfen aber weiterhin mit Nachwuchsgewinnung und der Work-Life-Balance des Personals.

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Schäffer betont, dass das aktuelle System an Zuverlässigkeit mangelt. Durch die Aufteilung in Stamm- und Ergänzungskräfte könnten Kitas auch dann geöffnet bleiben, wenn Ausbildungsplätze 2024 oder Ausbildungsplätze 2025 unbesetzt sind. Die Ergänzungskräfte verfügen zwar über pädagogische Qualifikationen, ihre Ausbildung ist jedoch kürzer als die der Stammkräfte.

Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, den Fachkräftemangel in Kitas besser zu bewältigen: Während die Kernzeit von voll ausgebildeten Fachkräften abgedeckt wird, übernehmen Zweijährige die Randzeiten. Das Modell folgt internationalen Vorbildern, muss aber weiterhin Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Arbeitsbedingungen angehen.

AKTUALISIERUNG

NRW's childcare minister adjusts funding policies ahead of core hours rollout

Minister Schäffer has revised funding policies for NRW's Kita reform following predecessor's departure. Key changes include:

  • Making the 200 million euro annual subsidy permanent until new funding systems are established.
  • Retaining 15,000 euro special grants for pre-2007 single-group childcare facilities.
  • Maintaining the five-hour core hours model despite criticism from welfare organisations.