NRW-Kitas protestieren gegen umstrittene KiBiz-Reform und drohende Personalnot
Andrew GudeNRW-Kitas protestieren gegen umstrittene KiBiz-Reform und drohende Personalnot
Kitas und Trägern in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes
In ganz Nordrhein-Westfalen demonstrieren Kitas und Träger gegen die geplante Neuregelung des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Bereits in Lennestadt gab es Proteste, weitere Kundgebungen sind in den kommenden Wochen in Köln, Düsseldorf und Dortmund geplant. Kritiker befürchten, dass die Reform den Personalmangel verschärft und die Kosten für ohnehin schon kämpfende Einrichtungen weiter in die Höhe treibt.
Den Auftakt machte der St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt, wo Eltern, Erzieher:innen und Kinder unter dem Motto "Wir sind sprachlos" zusammenkamen. Organisiert wurde die Aktion vom Trägerverbund WIR-KITAs, der 127 Kitas und Betreuungseinrichtungen vertritt, die sich gegen die Änderungen aussprechen. Vanessa Frankenthal, Leiterin der Einrichtung, betonte, dass die aktuellen Bedingungen das Personal überlasten und eine angemessene Betreuung der Kinder unmöglich machen.
Die im Januar vorgestellten Reformpläne berücksichtigten laut Kritikern nicht die gestiegene Inflation – viele Kitas kämpfen mit explodierenden Energiekosten und massivem Personalmangel. Die Protestierenden warnen, dass das neue System aus Kern- und Randzeiten die Betreuungsqualität weiter verschlechtern werde. Die Landesregierung hingegen versichert, die Änderungen würden Familien mehr Planungssicherheit bieten und die frühkindliche Bildung stärken.
Zusätzliche Mittel wurden in Aussicht gestellt, darunter 50 Millionen Euro jährlich für Personal sowie 200 Millionen Euro extra für das nächste Kita-Jahr. Sollten die Reformen beschlossen werden, treten sie 2025 in Kraft. Weitere Demonstrationen sind für den 5. April in Köln, den 12. April in Düsseldorf und den 19. April in Dortmund geplant.
Während die Landesregierung betont, die KiBiz-Reform bringe Stabilität für Familien und bessere Förderung in der Frühpädagogik, warnen Kita-Träger, dass ohne Lösungen für Personalengpässe und steigende Kosten die Probleme noch größer werden könnten. Entscheidend wird sein, ob die zugesagten Gelder den Bedarf der überlasteten Einrichtungen decken.






