Mordprozess nach 22 Jahren: 57-Jähriger wegen homophober Bluttat angeklagt
Andrew GudeHomophobie? Prozess um den Mord an einem Kellner nach 22 Jahren - Mordprozess nach 22 Jahren: 57-Jähriger wegen homophober Bluttat angeklagt
Ein 57-jähriger Mann aus Kürten steht seit dieser Woche vor dem Landgericht Paderborn wegen des Mordes an seinem 29-jährigen Nachbarn im Jahr 2003 in Bad Driburg. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Vorwürfe wegen Raubes, homophober Hassmotive und der gezielten Vertuschung der Tat. Das Opfer, ein Kellner, wurde gefesselt und erwürgt in seiner eigenen Wohnung aufgefunden.
Die Bluttat ereignete sich im November 2003, doch erst 22 Jahre später begann der Prozess. Die Ermittler gingen zwar früh von einem homophoben Tatmotiv aus, fanden jedoch jahrzehntelang keinen Verdächtigen. Der entscheidende Durchbruch gelang 2025: Ein DNA-Massentest und eine großangelegte Reihenuntersuchung führten schließlich zur Identifizierung des Angeklagten.
Laut Staatsanwaltschaft stahl der Beschuldigte die Geldbörse, das Handy und die Webcam des Opfers. Zudem soll er dessen Auto weit entfernt abgestellt haben, um die Entdeckung der Leiche hinauszuzögern. Als Tatmotive gelten finanzielle Not und eine feindselige Haltung gegenüber Homosexuellen.
Das Verfahren wird sich über acht weitere Verhandlungstage erstrecken und voraussichtlich bis Januar 2026 dauern.
Dem Angeklagten werden Mord, Raub und Beweisvereitelung vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung würde damit ein über zwei Jahrzehnte andauernder Kriminalfall abgeschlossen, der die lokale Gemeinschaft damals tief erschütterte. In den kommenden Monaten wird das Gericht die Beweislage umfassend prüfen.






