16 March 2026, 06:21

Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern mehr Gerechtigkeit und Unterstützung

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Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern mehr Gerechtigkeit und Unterstützung

Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern bessere finanzielle und psychologische Unterstützung

Überlebende von Missbrauch im Erzbistum Paderborn haben bessere finanzielle Hilfen und psychologische Betreuung gefordert. Die Forderungen wurden während eines zweitägigen Treffens mit Erzbischof Udo Markus Bentz erhoben, an dem sich in Dortmund mehr als 200 Katholiken versammelten, um die seit Jahrzehnten andauernde Missbrauchskrise zu thematisieren.

Die Gespräche folgen auf eine unabhängige Studie aus dem Jahr 2026, die umfangreichen Missbrauch zwischen 1941 und 2002 aufdeckte. Demnach gab es 485 Opfer und über 200 beschuldigte Kleriker.

Die von der Kirche in Auftrag gegebene Untersuchung identifizierte 210 Personen – überwiegend Priester –, die mit Missbrauchsvorwürfen in Verbindung stehen. Zwar wurden keine Bischöfe aus Paderborn direkt belastet, doch Erzbischof Bentz räumte öffentlich institutionelle Versäumnisse ein und betonte, die Rechte der Opfer müssten Vorrang haben. Er bestätigte, dass 75 bis 80 Prozent der Betroffenen bereits Entschädigungen erhalten hätten. Einige Überlebende wie Michael Heltner halten die Zahlungen jedoch für unzureichend.

Bei der Eröffnungveranstaltung in Dortmund brachten Teilnehmer konkrete Vorschläge für mehr Verantwortung ein. Einer sah vor, dass das Erzbistum ein Prozent seines Vermögens für Entschädigungen und Renten der Opfer bereitstellen solle. Ein weiterer Appell forderte die Gemeinden auf, sich offen mit dem Thema auseinanderzusetzen – darunter ein geplanter "Sonntag der Besinnung" im November, der der Aufarbeitung des Skandals gewidmet sein soll.

Erzbischof Bentz wird seine Gespräche mit Gläubigen in den kommenden beiden Tagen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück fortsetzen. Die Kirche hat zugesagt, sich weiter mit der Missbrauchskrise zu befassen, doch die Betroffenen bestehen darauf, dass noch mehr für die Unterstützung der Geschädigten getan werden muss.

Das Erzbistum hat seine Verantwortung dokumentiert, indem es die Studie veröffentlichte und Entschädigungen anbot. Dennoch fordern die Überlebenden weiterhin bessere finanzielle und psychologische Hilfen. Weitere Gespräche stehen an, während die Kirche unter anhaltendem Druck steht, die Folgen des Skandals aufzuarbeiten.

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