14 March 2026, 12:21

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Ein rotes und weißes Kissen mit den Worten "Gerechtigkeit für Belarus" darauf gegen einen weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Die bekannte belarussische Oppositionsfigur Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Samstag im Aachener Krönungssaal statt – fast zwei Jahre, nachdem sie die Ehrung erstmals erhalten hatte, während sie noch in Belarus inhaftiert war. Ihre Freilassung im Dezember 2025 markierte eine seltene Phase der Lockerung in der langjährigen politischen Unterdrückung des Landes.

Kolesnikowa stieg 2020 zu einer der führenden Figuren der Massenproteste gegen den autoritären belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko auf. Während viele Oppositionelle ins Exil flohen, blieb sie im Land und wurde später wegen ihres Widerstands gegen das Regime zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.

Im Dezember 2025 wurde sie zusammen mit 122 weiteren politischen Gefangenen freigelassen, nachdem US-geführte Vermittlungsbemühungen ihre Entlassung erreicht hatten. Der Schritt folgte Verhandlungen, die auch eine teilweise Lockerung der westlichen Sanktionen umfassten. Seitdem wurde Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl gewährt, wo sie nun lebt.

Der Karlspreis, eine der renommiertesten Auszeichnungen Europas, würdigte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für demokratische Rechte. Obwohl sie die Auszeichnung in diesem Jahr persönlich entgegennehmen konnte, hat sich die politische Lage in Belarus kaum verändert. Lukaschenko hält weiterhin die Macht, pflegt enge Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin und unterdrückt weiterhin Opposition durch Zwangsexile, digitale Zensur und anhaltende Repression.

Trotz ihrer Freilassung und internationaler Anerkennung gibt es in Belarus kaum Anzeichen für tiefgreifende politische Reformen. Lukaschenkos Regierung versucht, ihr langjähriges Bündnis mit Russland durch vorsichtige Annäherungen an den Westen, China und sogar die Taliban in jüngsten diplomatischen Schritten auszubalancieren.

Kolesnikowas Auszeichnung und Freiheit stehen für einen kleinen, aber bemerkenswerten Wandel im politischen Klima Belarus'. Doch Lukaschenkos Regime kontrolliert das Land weiterhin durch Unterdrückung und strategische Allianzen. Ihr Fall zeigt sowohl die Widerstandsfähigkeit der Oppositionsbewegungen als auch die anhaltenden Herausforderungen, denen sie sich unter autoritärer Herrschaft gegenübersieht.

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