Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Ljiljana HeinMaria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung, die ihr bereits vor vier Jahren – während sie in Belarus inhaftiert war – zuerkannt worden war, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und europäische Einheit. Kalesnikava, die heute in Deutschland lebt, bezeichnete den Moment als zutiefst bewegend und ein starkes Zeichen europäischer Solidarität.
Die Verleihung des Preises war zwar bereits 2020 bekannt gegeben worden, doch erfuhr Kalesnikava erst später, noch im Gefängnis, von der Ehre. Sie teilt sich die Auszeichnung mit zwei Mitstreiterinnen: Swetlana Tichanowskaja und Veronika Zepkalo, die beide wegen ihres Widerstands gegen das autoritäre Regime in Belarus ins Exil gezwungen wurden. Trotz unterschiedlicher Ansätze in einigen Fragen bleiben die drei Frauen in ihrem Kampf für demokratischen Wandel vereint.
Kalesnikava lobte in warmen Worten die Stadt Aachen und deren Engagement, Geschichte für kommende Generationen zu bewahren. Doch ihre Gedanken kehren immer wieder zu jenen zurück, die noch in Belarus in Haft sitzen. Sie rief europäische Führungspersönlichkeiten auf, ihr Heimatland als zukünftigen Partner zu betrachten und den Kampf der Opposition gegen die Diktatur zu unterstützen.
Freiheit, gab sie zu, bringe Freude – aber auch ein Gefühl der Verantwortung. Weiterhin setzt sie sich für die Freilassung politischer Gefangener ein und betont, dass ein demokratisches Belarus, auch wenn es noch fern scheint, möglich bleibe.
Die Verleihung des Karlspreises war ein seltener Moment der Anerkennung für Kalesnikawas jahrelangen Widerstand. Ihre Arbeit, gemeinsam mit Tichanowskaja und Zepkalo, hält die Hoffnung auf eine demokratische Zukunft Belarus' am Leben. Fürs Erste balanciert sie zwischen Hoffnung und der harten Realität anhaltender Repression in ihrer Heimat.