17 March 2026, 08:20

Kürbissuppenfest in Wiesbaden: Singen für eine Schüssel herbstliche Gemeinschaft

Collage aus vier Fotos, die den Suppenzubereitungsprozess zeigen: gewürfeltes Gemüse in einer Schüssel, Zutaten, die in den Topf gegeben werden, ein köchelndes Gemüsegemisch und eine fertige Schüssel Suppe, die serviert werden kann.

Kürbissuppenfest in Wiesbaden: Singen für eine Schüssel herbstliche Gemeinschaft

Kleines, aber lebendiges Publikum versammelte sich zum Kürbissuppenfest in Wiesbaden

Am Samstagmorgen trafen sich im Wiesbadener Churpark einige neugierige Besucher zum jährlichen Kürbissuppenfest. Rund zwei Dutzend Gäste kamen zusammen, um kostenlos eine Schüssel Suppe zu genießen – allerdings unter einer Bedingung: Zuerst mussten sie die "Ode an den Kürbis" singen. Die Veranstaltung, die Kunst, kulinarischen Genuss und Gemeinschaft verband, gab dabei auch der berühmten Kürbisskulptur der Stadt eine neue Bestimmung – als Mittelpunkt des Festes.

Der Ort des Festes hat für die Wiesbadener eine besondere Bedeutung. Die Kürbisskulptur, 2004 von Volker Dersch geschaffen, stand ursprünglich auf dem Dern'schen Gelände im Kurpark. Nach einer Restaurierung 2011 und einem Umzug 2020 in den Churpark – auf Wunsch der Bevölkerung – thront sie nun neben dem Wochenmarkt. Zwar wurden im Laufe der Zeit kleinere Reparaturen vorgenommen, doch das verspieltes Design des Kürbisses blieb unverändert – und macht ihn so zum meistfotografierten Kunstwerk Wiesbadens.

Das Konzept des Festes ist simpel: Geben und Nehmen. Wer eine Schüssel Suppe erhalten wollte, musste singen, ein Gedicht vortragen oder eine kleine Aufgabe erfüllen. Das Rezept, mit Bedacht zusammengestellt, vereinte Kürbisse aller Größen – von winzigen Hokkaido-Kürbissen bis zu riesigen Schaustücken –, die jeweils ihren Teil zum Aroma beitrugen. Rund um die Skulptur rankten sich Kürbisranken durch Drahtgestelle und schufen so eine lebendige Verbindung von Natur und Kunst. Der Kontrast zwischen den orangen Früchten und den historischen Gebäuden des Parks verlieh dem Fest zusätzlichen Charme.

Das ganze Jahr über zieht die Skulptur Künstler und Touristen an, doch das Fest verwandelt sie in einen Ort der Begegnung. Verschiedene Generationen, Kulturen und Geschmäcker trafen sich über dampfenden Suppenschüsseln. Die Kulisse – eine Mischung aus herbstlichen Farben und altem Baubestand – verlieh dem Morgen etwas Festliches und Zeitloses zugleich.

Das Kürbissuppenfest gab der Skulptur eine neue Rolle als Mittelpunkt von Gemeinschaft und Kreativität. Die Besucher gingen mit gefüllten Bäuchen und einem gemeinsamen Erlebnis nach Hause, während die Veranstaltung die kulturelle Bedeutung des Kunstwerks für Wiesbaden weiter stärkte. Die Tradition, für die Suppe zu singen, kombiniert mit der herbstlichen Schönheit des Parks, sorgte dafür, dass das kleine Fest trotzdem einen großen Eindruck hinterließ.

Quelle