Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen
Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die Modemarke. Damit reagiert er auf die lange Geschichte des Unternehmens, das mit Abmahnungen gegen kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" vorgeht.
Das Modeunternehmen Hugo Boss wurde 1924 gegründet und betreibt heute weltweit über 439 Filialen. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte die Marke Uniformen für die SS des NS-Regimes. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen für seine Rolle bei Zwangsarbeit in einer unter nationalsozialistischer Herrschaft betriebenen Fabrik.
Wiederholt hat der Konzern kleinere Organisationen wegen der Nutzung des Begriffs "BOSS" juristisch unter Druck gesetzt. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab Tausende für Anwaltskosten und eine Umfirmierung aus, nachdem sie eine Abmahnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit rechtlichen Schritten konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.
Lycett, der nun offiziell Hugo Boss heißt, betonte, dass er – anders als das Modehaus – keine SS-Uniformen produziert habe. Auf seiner Verbraucherrechte-Sendung Got Your Back plant er, ein neues Produkt unter seinem angenommenen Namen auf den Markt zu bringen.
Die Namensänderung lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Spannungen zwischen dem Modegiganten und kleineren Akteuren in Markenrechtsstreitigkeiten. Lycetts Protest rückt nicht nur die aggressive juristische Vorgehensweise des Unternehmens ins Rampenlicht, sondern verweist auch auf dessen umstrittene Vergangenheit. Wie es für den Komiker weitergeht, wird sich in seiner kommenden Fernsehsendung zeigen.






