15 March 2026, 04:19

Großrazzia in NRW: Illegale Sondermüll-Entsorgung mit kriminellen Netzwerken aufgedeckt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melde illegalen Müll und Littering" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Großrazzia in NRW: Illegale Sondermüll-Entsorgung mit kriminellen Netzwerken aufgedeckt

Großrazzia in Nordrhein-Westfalen deckt illegale Entsorgung von Sondermüll auf

Eine strafrechtliche Ermittlung in Nordrhein-Westfalen hat ein großangelegtes Netzwerk aufgedeckt, das gefährliche Abfälle illegal entsorgt. Die Polizei beobachtet die kriminellen Strukturen bereits seit eineinhalb Jahren; mehrere Standorte – darunter der Tagebau Garzweiler – sollen beteiligt sein. Ein Abfallhändler aus Unna muss sich nun wegen des Betriebs illegaler Entsorgungsanlagen und der unbefugten Handhabung gefährlicher Stoffe vor Gericht verantworten.

Der Beschuldigte, der bereits wegen Bestechung und Steuerhinterziehung vorbestraft ist, wurde nach einer Razzia festgenommen. Bei der Durchsuchung seines Fahrzeugs fanden die Ermittler 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände. Den Behörden zufolge sollen der Mann und seine Komplizen seit Januar 2024 gefährliche Abfälle angenommen, vermischt, umdeklariert und anschließend widerrechtlich entsorgt haben.

In einem bestätigten Fall wurden rund 23.000 Tonnen belasteter Erde auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze illegal abgeladen. Der Verdächtige steht zudem in Verbindung mit einem früheren Vorfall zwischen 2010 und 2013, als 25.000 Tonnen hochentflammbarer Industrieabfall in Schermbeck deponiert wurden.

Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass mehrere Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen in das Netzwerk verstrickt sein könnten. Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für die Abfallentsorgung zur Verantwortung zu ziehen.

Die Untersuchungen laufen noch; bisher wurden keine Unternehmen in Nordrhein-Westfalen offiziell mit der illegalen Entsorgung in Verbindung gebracht. Die Behörden prüfen weiterhin das Ausmaß der Machenschaften und die mögliche Beteiligung weiterer Firmen. Dem Beschuldigten werden bandenmäßige Betrugsdelikte, unerlaubter Umgang mit Abfällen sowie die illegale Beseitigung gefährlicher Stoffe vorgeworfen.

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