15 April 2026, 08:23

Essen im 19. Jahrhundert: Wie "Häuserkönige" die Wohnungsnot verschärften

Ein detailliertes Drawing eines 18. Jahrhundert deutschen Hauses mit zahlreichen Fenstern und einer Tür, begleitet von Text auf demselben Papier.

Essen im 19. Jahrhundert: Wie "Häuserkönige" die Wohnungsnot verschärften

Öffentlicher Vortrag: Essens Wohnungsnot im 19. Jahrhundert – eine Spurensuche

Am 5. Februar 2026 findet in Essen ein kostenloser öffentlicher Vortrag über die Wohnungsmisere der Stadt im 19. Jahrhundert statt. Der Historiker Robert Welzel spricht ab 18 Uhr in der Volkshochschule Essen (VHS), Burgplatz 1, über den Einfluss mächtiger Immobilienspekulanten auf die städtische Entwicklung.

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Im Mittelpunkt des Abends stehen die sogenannten "Häuserkönige", eine Gruppe von Bauunternehmern, die im 19. Jahrhundert den Essener Wohnungsmarkt dominierten. Persönlichkeiten wie Hermann Elting, Johann Piekenbrock senior, Wilhelm Husmann, Theodor Fröchte und Jakob Pegels errichteten und vermieteten tausende Wohnungen – oft unter profitgetriebenen Bedingungen. Schwache Bauvorschriften und fehlende Kontrollen führten zu massiver Überbelegung und katastrophalen Wohnverhältnissen.

Die Wurzeln des heutigen Wohnungsmangels in deutschen Städten reichen bis in diese Zeit zurück. Durch die rasante Industrialisierung strömten Arbeiter nach Essen, doch der Wohnraum wuchs nicht im gleichen Tempo. Elendsviertel und unhygienische Behausungen prägten das Stadtbild und wurden zu einem der drängendsten Probleme der Epoche.

Welzel, Vorstandsmitglied des Historischen Vereins für Stadt und Stift Essen, forscht schwerpunktmäßig zu Stadt- und Architekturgeschichte. Seine Arbeiten zeigen, wie die "Häuserkönige" nicht nur Essens Expansion vorantrieben, sondern auch soziale Spannungen verschärften – mit Folgen, die bis heute nachwirken.

Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, die historischen Ursprünge der Essener Wohnungsfrage zu verstehen. Interessierte erfahren, wie Politik und Wirtschaftspraktiken des 19. Jahrhunderts noch immer aktuelle Stadtentwicklung prägen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle sind herzlich willkommen.

Quelle