20 April 2026, 18:22

Dresdens verbotene Kunstrebellen trotzten der DDR-Diktatur mit Pinsel und Mut

Plakat für die Große Kunstausstellung an der Großen Ausstellung der Schönen Künste in Dresden, Deutschland, 1904, mit auffälligem Text, der das Ereignis ankündigt.

Dresdens verbotene Kunstrebellen trotzten der DDR-Diktatur mit Pinsel und Mut

Dresden war einst das kulturelle Zentrum der DDR-Kunstszene und richtete seit 1953 alle fünf Jahre die zentralen Ausstellungen des Staates aus. Die Hochschule für Bildende Künste galt bis in die späten 1970er-Jahre als führende Institution des Sozialistischen Realismus. Doch unter der offiziellen Kunstwelt formierte sich eine Gruppe junger Rebellen, die im Verborgenen das kulturelle Geschehen umgestalteten.

Ende der 1970er-Jahre ging eine neue Generation von Künstlern aus der Hochschule hervor, darunter Namen wie Eberhard Göschel, Hans Scheib und Cornelia Schleime. Anders als ihre Lehrer ließen sie sich vom expressionistischen Brücke-Stil inspirieren – eine Richtung, die im staatlich verordneten Kanon keine Beachtung fand. Ihr Widerstand blieb nicht ohne Folgen: Ausstellungsverbote, gestrichene Aufträge und Überwachung durch die Stasi waren die Antwort des Regimes.

Hans Scheib nahm die Dinge selbst in die Hand und eröffnete in Berlin-Prenzlauer Berg private Galerien – zunächst 1977 in der Raumerstraße 23, drei Jahre später dann in der Sredzkistraße 64. Unterdessen organisierten Göschel und Helge Leiberg provokative Gruppenausstellungen, die so weit über die Grenzen des Erlaubten hinausgingen, dass das Leonhardi-Museum in Dresden-Loschwitz 1982 vorübergehend geschlossen wurde.

Die meisten dieser Künstler verließen schließlich die DDR in Richtung Westdeutschland, auf der Suche nach künstlerischer Freiheit. Göschel, ursprünglich aus Bayern, blieb zurück und gründete später mit die Obergrabenpresse, ein wichtiges Sprachrohr für alternative Stimmen in Dresden.

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Die Aktionen dieser Künstler stellten die starren kulturellen Vorgaben der DDR infrage. Ihre Ausstellungen, Publikationen und privaten Galerien schufen Freiräume, in denen inoffizielle Kunst gedeihen konnte. Zwar verließen viele das Land, doch ihr Einfluss blieb – und prägte nachhaltig die ostdeutsche Underground-Szene.

Quelle